Worauf Sie sich bei Heraeus freuen
können:
- Attraktive Vergütung – starkes
Grundgehalt nach
Chemie-Tarifvertrag, jährliche
Einmalzahlungen
(Urlaubs- und Weihnachtsgeld),
Altersfreizeiten sowie
Pflegezusatzversicherung
- Finanzielle Zusatzleistungen –
Förderung der privaten
Altersversorgung,
Lebensphasenkonto,
Bezuschussung des öffentlichen
Nahverkehrs und Rabatte in vielen
Online-Shops
- Geregelte Arbeitszeiten – 37,5
Wochenstunden bei Vollzeit, 20-25
Wochenstunden bei Teilzeit,...
können:
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Grundgehalt nach
Chemie-Tarifvertrag, jährliche
Einmalzahlungen
(Urlaubs- und Weihnachtsgeld),
Altersfreizeiten sowie
Pflegezusatzversicherung
- Finanzielle Zusatzleistungen –
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Bezuschussung des öffentlichen
Nahverkehrs und Rabatte in vielen
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- Geregelte Arbeitszeiten – 37,5
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Wochenstunden bei Teilzeit,...
Und heute? Nun, zwei Bundestagswahlen nach dem TSVG bestimmen andere Personen das Geschehen. Eine von ihnen ist die heutige Vorsitzende der AG-Gesundheit Simone Borchardt. Frau Borchardt blickt auf eine sehr lange und durchaus auch erfolgreiche Karriere bei der BARMER Ersatzkasse zurück. Zwischenzeitlich war sie sogar auch einmal Berichterstatterin für Heil- und Hilfsmittel, Sucht und Drogen, Selbstverwaltung und ärztliche Versorgung in der CDU/CSU-Fraktion.
Und wie ist sie in dieser Funktion in Erscheinung getreten? Darüber können wir leider nichts sagen. Auch wenn unsere Redaktion seit Jahrzehnten täglich mehrere hundert Pressemeldungen studiert, eine Initiative von Frau Borchardt zum Wohle der Therapeuten ist uns nicht aufgefallen.
Aufgefallen ist uns jedoch ihr Auftritt letzte Woche bei der öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses. Aber der Reihe nach – hier zunächst einige Hintergrundinformationen:
Ein kleiner Einschub
Die Politik hat gemerkt, dass sie wohl mit dem GKV-Sparpaket vom Sommer etwas „über das Ziel hinausgeschossen“ ist und es deshalb hier und da etwas abschwächen muss. Daher lädt man sich über 50 Experten zu einer Anhörung in den Gesundheitsausschuss ein und berät über nachträgliche Verbesserungen z.B. für Psychotherapeuten, Ärzte und Krankenhäuser.
Und es soll durchaus vorkommen, dass bestimmte Interessensgruppen bestimmten Abgeordneten im Vorfeld bestimmte Fragen in den Block diktieren. Besagte Fragen werden dann bestimmten Experten gestellt, um eine bestimmte Wirkung bei den anderen anwesenden Gesundheitspolitikern zu erzeugen – Das nennt man Politik.
Zurück zu Frau Borchardt
Auf der Tagesordnung der Anhörung letzter Woche standen zwölf Änderungsanträge. In keinem ging es um Heilmittel. Und was macht Frau Borchardt? Sie fragt den Leiter des Stabsbereichs Politik beim GKV-Spitzenverband Dr. Grunenberg ohne Not und wörtlich: „Welche weiteren Möglichkeiten für Effizienzreserven und Einsparmöglichkeiten, wie zum Beispiel […] bei Heilmitteln […] sehen Sie, um die Finanzierung in den nächsten Jahren nachhaltig auszugestalten?“
Dieser nimmt den „Elfmeter“ dankend an und antwortet: „… man [kann] auch in Bezug auf die Leistungsausgaben noch mal Effizienzreserven heben. Sie hatten das Thema Heilmittel bereits angesprochen. Dort ist zuvorderst an das Thema Blankoverordnung zu denken, wo wir Effizienzpotenziale sehen.“
Dies ist die Botschaft, die bei den verantwortlichen Politikern im Gesundheitsausschuss ankommt: Bei den Therapeuten kann man noch reduzieren.
Fragen die bleiben
Und da dies anscheinend noch nicht reicht, legen sie den Kassen noch einen „Elfmeter“ hin, sodass diese noch weitere Einsparungen bei den Therapeuten in die Köpfe der Parlamentarier pflanzen können. Wie passt das zusammen?
Wir meinen
• zu Frage 1
Falls die Antwort „Ja“ lauten sollte, empfehlen wir regelmäßigeres Lesen von physio.de.
• zu Frage 2
Natürlich gebietet es der journalistische Ethos, Frau Borchardt Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Unseren E-Mail-Verkehr mit ihrem Büroleiter in ungekürzter Fassung finden Sie daher hier.
• zu Frage 3
Ebenfalls baten wir den GKV-Spitzenverband um Stellungnahme. Aus Gründen der Transparenz hier unser Schriftverkehr mit ebendiesen.
Das Original
Und wenn Sie sich selbst ein Bild machen möchten … hier besagte Sequenz ab Minute 9:37 Minute:
Friedrich Merz / physio.de
PS: Und da er grad so schön in Fahrt ist, schlägt der GKV-Spitzennverband – wie uns gestern noch bekannt wurde – an anderer Stelle weitere Kürzungen bei den Therapeuten vor:
• In seiner Stellungnahme vom 12.10.2026 zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) fordert er u. a. auf S. 244, dass eine Reduzierung der TI-Pauschalen für Leistungserbringer wie Heilmittelerbringer möglich sein muss, wenn einzelne Anwendungen der Telematikinfrastruktur (beispielsweise die elektronische Patientenakte oder das Versichertenstammdatenmanagement) für diese nicht gesetzlich verpflichtend sind.
•Zudem soll für Leistungserbringer, die sich ab dem 1. Juli 2027 neu an die Telematikinfrastruktur anbinden, spätestens ab dem 1. Januar 2029, eine Reduzierung der TI-Pauschale möglich sein.
GesundheitsausschussAnhörungKritikCDUGKV-Sparpaket
Seit 1991 (als ich in den Beruf einstieg) gab es fortlaufend Einsparmassnahmen und Budgetdruck.
Die einzige Ausnahme war 2016-2018, als HHVG und TSVG verabschiedet wurden und Roy Kühne von der CDU in seiner Partei ein paar Leute sensibilisieren konnte.
Jens Spahn (CDU) war Minister und hat zugehört.
Das war‘s. Davor und danach haben Parteipolitiker aller Couleur den Heilmittbereich überhaupt nicht wahrgenommen.
Der einsame Spitzenplatz der Mangelberufe belegt das nachdrücklich.
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Unsichtbar schrieb:
False flag operation... die gibt es nicht nur bei Bundeskanzler...
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Jens Uhlhorn schrieb:
Die CDU als Schutzpatronin der HME zu bezeichnen, kann nur mit dem jugendlichen Leichtsinn des Autors erklärt werden 😉.
Seit 1991 (als ich in den Beruf einstieg) gab es fortlaufend Einsparmassnahmen und Budgetdruck.
Die einzige Ausnahme war 2016-2018, als HHVG und TSVG verabschiedet wurden und Roy Kühne von der CDU in seiner Partei ein paar Leute sensibilisieren konnte.
Jens Spahn (CDU) war Minister und hat zugehört.
Das war‘s. Davor und danach haben Parteipolitiker aller Couleur den Heilmittbereich überhaupt nicht wahrgenommen.
Der einsame Spitzenplatz der Mangelberufe belegt das nachdrücklich.
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Unsichtbar schrieb:
Effizienz ist das neue hippe Schlagwort, ganau wie die abgenudelte Digitalisierung. Nur passiert am Ende nix ( oder Müll ).
Orrrrr, ich kotz.....
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mimikri schrieb:
Verzeihung für den polemischen, destruktiven, emotionalen Beitrag, aber für mehr reicht es nicht.
Orrrrr, ich kotz.....
Wir bleiben bei Bleistift und Terminblock.
Und die Blanko können sie auch gerne einstampfen, dann wird halt weiter Unterversorgung gefahren, weil der verordnende Arzt nix weiter ausstellt.
Das nennt man dann Sparzwang.
Und wenn hierzu wieder ein Unterbelichteter seinen grünen Senf dazu gibt, dann weiß er wenigstens von wem die Unterstützung kommt, nämlich von der Partei, die ihr C längst aus ihrem Namen gestrichen hat.
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Michael Woelky schrieb:
Bin bei dir.....doch wird die TI.nicht bindend ?
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therapeutin schrieb:
bindend schon,aber es gibt auch keine Strafen,wenn nichtsweat_smile
Und meine Chefs nehmen alles an, weil es nur noch ums Geld geht
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kathrin87 schrieb:
Bin mittlerweile auch gegen die blanko, da viele ärzte es regelrecht ausnutzen und bsp für fußproblematiken blankos ausstellen ( schreiben natürlich ne Schulterdiagnose auf) und sagen dem Patienten mit Augenzwinkern die sollen mal mit der Physio reden, was anderes könnte man nicht aufschreiben da es kein Budget gibt
Und meine Chefs nehmen alles an, weil es nur noch ums Geld geht
Versuch dich mal in die Situation deines Arbeitgebers zu versetzen. Alle Abgaben wie Miete, Lebnesmittel, Sozialversicherungsbeiträge, Löhne etc. steigen und der Umsatz ist durch die Grundlohnsummenbindung gedeckelt. D.h. die Marge wird geringer, gleichzeitig müssen aber Rücklagen für Investionen gemacht werden. Neue Liegen, Sanierung der Praxis etc. Alles Kosten die in den nächsten Jahren kommen mit den damit verbundenen gestiegenen Handwerkerkosten und Abgaben.
In meinen Augen ist das von deinen Chefs vollkommen nachvollziehbar, dass sie die wirtschaftliche Brille aufhaben. Jetzt geht es nicht mehr nur ums Geld, es geht darum ob eine Praxis weiterbestehen kann oder schließen muss.
Im Übrigen ist auch nicht klar, ob weiterhin von den Ärzten so verordnet wird wie bisher. Was ist, wenn die Rezepte ausbleiben oder um 40-50 % reduziert werden, die Kosten aber weiterlaufen. Dann kann es für eine Praxis wirtschaftlich auch ganz schnell eng werden.
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Thomas Buck schrieb:
@kathrin87
Versuch dich mal in die Situation deines Arbeitgebers zu versetzen. Alle Abgaben wie Miete, Lebnesmittel, Sozialversicherungsbeiträge, Löhne etc. steigen und der Umsatz ist durch die Grundlohnsummenbindung gedeckelt. D.h. die Marge wird geringer, gleichzeitig müssen aber Rücklagen für Investionen gemacht werden. Neue Liegen, Sanierung der Praxis etc. Alles Kosten die in den nächsten Jahren kommen mit den damit verbundenen gestiegenen Handwerkerkosten und Abgaben.
In meinen Augen ist das von deinen Chefs vollkommen nachvollziehbar, dass sie die wirtschaftliche Brille aufhaben. Jetzt geht es nicht mehr nur ums Geld, es geht darum ob eine Praxis weiterbestehen kann oder schließen muss.
Im Übrigen ist auch nicht klar, ob weiterhin von den Ärzten so verordnet wird wie bisher. Was ist, wenn die Rezepte ausbleiben oder um 40-50 % reduziert werden, die Kosten aber weiterlaufen. Dann kann es für eine Praxis wirtschaftlich auch ganz schnell eng werden.
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Papa Alpaka schrieb:
Beitrag entfernt. Er ist nicht nicht sachlich oder differenziert formuliert. /Die Redaktion
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Ringgeist schrieb:
Na dann freut Euch schon mal, ihr, die da die TI so hoch lobend preiset.
Wir bleiben bei Bleistift und Terminblock.
Und die Blanko können sie auch gerne einstampfen, dann wird halt weiter Unterversorgung gefahren, weil der verordnende Arzt nix weiter ausstellt.
Das nennt man dann Sparzwang.
Und wenn hierzu wieder ein Unterbelichteter seinen grünen Senf dazu gibt, dann weiß er wenigstens von wem die Unterstützung kommt, nämlich von der Partei, die ihr C längst aus ihrem Namen gestrichen hat.
Ich habe keinen gefunden. In der internationalen Ausgabenstatistik, dem System of Health Accounts der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), gibt es die Kategorie „Heilmittel“ nicht.
Vergleichbar ist nur das Personal. Laut Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Union) hat Deutschland 200.000 Physiotherapeuten und damit die höchste Dichte in der EU, deutlich über dem Durchschnitt von 149 je 100.000 Einwohner.
Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen:
1. Wir haben die meisten Therapeuten je Einwohner und trotzdem den größten Mangel. Fehlen uns dann wirklich Köpfe, oder liegt es daran, wie ihre Zeit eingesetzt und bezahlt wird?
2. Der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung) nennt als Effizienzpotenzial „Mengen- und Ausgabensteigerung reduzieren“. Weniger Behandlungen sind aber erst dann effizienter, wenn das Ergebnis gleich bleibt. Welches Ergebnis wird in den GKV-HIS-Berichten (GKV-Heilmittel-Informationssystem) eigentlich gemessen, außer Menge und Geld?
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Würde man die Entscheidung, ob eine physiotherapeutische Intervention notwendig und,- oder zielführend ist, uns Physiotherapeuten überlassen, dann könnte ich mir vorstellen, daß der Bedarf sich um einiges reduzieren würde.
Ich vergleiche manche Bereiche unseres Gesundheitssystems mit dem Land wo Milch und Honig fließt.
Wir wissen alle, daß nicht wenige Ärzte und ich spreche hier auch Fachärzte an, gerne Pat. an uns weiter delegieren, ohne selbst ausreichend Diagnostig betrieben zu haben.
Im Grunde eigentlich auch ganz gut so, da wir i.d.R. das gründlicher machen.
Würde man z.B. die allg. BV einführen und wir Therapeuten konsequent nur das an Therapie machen würden, was notwendig und ausreichend ist, könnte man einiges an Therapieeinheiten reduzieren.
In meinen Augen geht die Diskussion an diesem wesentlichen Schwachpunkt in unserem Versorgungssystems vorbei.
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Stefan Preißler schrieb:
pm-ps schrieb am 16.10.2026 "zitat-text" Wir haben die meisten Therapeuten je Einwohner und trotzdem den größten Mangel. Fehlen uns dann wirklich Köpfe, oder liegt es daran, wie ihre Zeit eingesetzt und bezahlt wird?
Würde man die Entscheidung, ob eine physiotherapeutische Intervention notwendig und,- oder zielführend ist, uns Physiotherapeuten überlassen, dann könnte ich mir vorstellen, daß der Bedarf sich um einiges reduzieren würde.
Ich vergleiche manche Bereiche unseres Gesundheitssystems mit dem Land wo Milch und Honig fließt.
Wir wissen alle, daß nicht wenige Ärzte und ich spreche hier auch Fachärzte an, gerne Pat. an uns weiter delegieren, ohne selbst ausreichend Diagnostig betrieben zu haben.
Im Grunde eigentlich auch ganz gut so, da wir i.d.R. das gründlicher machen.
Würde man z.B. die allg. BV einführen und wir Therapeuten konsequent nur das an Therapie machen würden, was notwendig und ausreichend ist, könnte man einiges an Therapieeinheiten reduzieren.
In meinen Augen geht die Diskussion an diesem wesentlichen Schwachpunkt in unserem Versorgungssystems vorbei.
Ich bin soweit zufrieden mit der jetzigen, wobei ich aber nichts mit der Abrechnung usw. zu tun habe. Optimierungsbedarf gibt es definitiv.
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Kevin Rein schrieb:
@Stefan Preißler Wie würde deiner Ansicht nach eine optimale allg. BV ausschauen? Welche Rahmenbedingungen zur Kontrolle etc. sind wichtig? Gibt es darin noch die strikte Auftrennung auf Heilmittel oder einen Gesamtpunkt PT?
Ich bin soweit zufrieden mit der jetzigen, wobei ich aber nichts mit der Abrechnung usw. zu tun habe. Optimierungsbedarf gibt es definitiv.
Zwei Fragen dazu:
1. Wer legt fest, was „notwendig und ausreichend“ ist, und woran wird das gemessen? Solange niemand das Ergebnis einer Behandlung erhebt, zählt am Ende nur die Menge, und die spricht gerade gegen uns.
2. Wir werden je Einheit bezahlt. Jede Einheit, die eine Praxis einspart, kostet sie Umsatz. Warum sollte sich das Verhalten ändern, nur weil die Entscheidung bei uns liegt?
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pm-ps schrieb:
@Stefan Preißler Die Richtung teile ich. Ein Punkt macht mich aber skeptisch: Die BV (Blankoverordnung) gibt es seit November 2024. Laut Heilmittel-Report 2026 des WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK, Allgemeine Ortskrankenkasse) haben Behandlungen und Ausgaben damit deutlich zugenommen, ein Nutzen ist bisher nicht belegt. Genau darauf beruft sich jetzt der GKV-Spitzenverband.
Zwei Fragen dazu:
1. Wer legt fest, was „notwendig und ausreichend“ ist, und woran wird das gemessen? Solange niemand das Ergebnis einer Behandlung erhebt, zählt am Ende nur die Menge, und die spricht gerade gegen uns.
2. Wir werden je Einheit bezahlt. Jede Einheit, die eine Praxis einspart, kostet sie Umsatz. Warum sollte sich das Verhalten ändern, nur weil die Entscheidung bei uns liegt?
Da stand die Diagnose, Physiotherapie als Versorgungsmittel und die Anzahl der Behandlungen drauf.
Wir haben dann entschieden wie wir therapeutisch vorgehen.
Die Kommunikation mit den Ärzten war ein Traum.
Wie die Praxis das abgerechnet hat weis ich nicht.
Ich hätte gerne die Freiheit, beim Erstkontakt die Zeit, welche ich benötige um sauber zu befunden, mir nehmen zu können und auch entsprechend abrechnen zu können.
Auf Grund meiner physiotherapeutischen Diagnose/Einschätzung entscheide ich das Weitere Vorgehen.
Auf der BV müsste nur eine ärztliche Diagnose stehen und PT als allg. Heilmittel.
Ein V.a. würde mir auch genügen, aber dann wären wir ja schon beim Direktzugang 😉
Abgerechnet wird das, was angewandt wurde.
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Stefan Preißler schrieb:
@Kevin Rein Ich habe 2018 in der Schweiz gearbeitet. Zu dieser Zeit gab es eine allg. BV.
Da stand die Diagnose, Physiotherapie als Versorgungsmittel und die Anzahl der Behandlungen drauf.
Wir haben dann entschieden wie wir therapeutisch vorgehen.
Die Kommunikation mit den Ärzten war ein Traum.
Wie die Praxis das abgerechnet hat weis ich nicht.
Ich hätte gerne die Freiheit, beim Erstkontakt die Zeit, welche ich benötige um sauber zu befunden, mir nehmen zu können und auch entsprechend abrechnen zu können.
Auf Grund meiner physiotherapeutischen Diagnose/Einschätzung entscheide ich das Weitere Vorgehen.
Auf der BV müsste nur eine ärztliche Diagnose stehen und PT als allg. Heilmittel.
Ein V.a. würde mir auch genügen, aber dann wären wir ja schon beim Direktzugang 😉
Abgerechnet wird das, was angewandt wurde.
Die Freiheit, die du 2018 erlebt hast, gibt es dort bis heute. Trotzdem demonstrierten 2023 über 10.000 Schweizer Kolleginnen und Kollegen auf dem Bundesplatz, eine Petition „Physiotherapie am Abgrund“ sammelte 283.000 Unterschriften, und auch die 2025 neu verhandelte Tarifstruktur sorgt gerade wieder für Proteste in allen Kantonen. Die Tarife dort stagnieren seit rund dreißig Jahren.
Du schreibst selbst: „Wie die Praxis das abgerechnet hat, weiß ich nicht.“ Ich glaube, genau dort entscheidet sich, ob Autonomie trägt. Behandlungsfreiheit ohne eine Vergütung, die sie trägt, hat die Schweizer Kollegen nicht vor dem Abgrund bewahrt.
Warum sollte es bei uns anders laufen?
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pm-ps schrieb:
@Stefan Preißler Das Schweizer Modell ist ein gutes Beispiel, nur vielleicht anders als gedacht.
Die Freiheit, die du 2018 erlebt hast, gibt es dort bis heute. Trotzdem demonstrierten 2023 über 10.000 Schweizer Kolleginnen und Kollegen auf dem Bundesplatz, eine Petition „Physiotherapie am Abgrund“ sammelte 283.000 Unterschriften, und auch die 2025 neu verhandelte Tarifstruktur sorgt gerade wieder für Proteste in allen Kantonen. Die Tarife dort stagnieren seit rund dreißig Jahren.
Du schreibst selbst: „Wie die Praxis das abgerechnet hat, weiß ich nicht.“ Ich glaube, genau dort entscheidet sich, ob Autonomie trägt. Behandlungsfreiheit ohne eine Vergütung, die sie trägt, hat die Schweizer Kollegen nicht vor dem Abgrund bewahrt.
Warum sollte es bei uns anders laufen?
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pm-ps schrieb:
Eine Frage an Redaktion und Mitlesende: Gibt es eigentlich einen belastbaren Vergleich, ob Deutschland für Heilmittel viel oder wenig ausgibt?
Ich habe keinen gefunden. In der internationalen Ausgabenstatistik, dem System of Health Accounts der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), gibt es die Kategorie „Heilmittel“ nicht.
Vergleichbar ist nur das Personal. Laut Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Union) hat Deutschland 200.000 Physiotherapeuten und damit die höchste Dichte in der EU, deutlich über dem Durchschnitt von 149 je 100.000 Einwohner.
Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen:
1. Wir haben die meisten Therapeuten je Einwohner und trotzdem den größten Mangel. Fehlen uns dann wirklich Köpfe, oder liegt es daran, wie ihre Zeit eingesetzt und bezahlt wird?
2. Der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung) nennt als Effizienzpotenzial „Mengen- und Ausgabensteigerung reduzieren“. Weniger Behandlungen sind aber erst dann effizienter, wenn das Ergebnis gleich bleibt. Welches Ergebnis wird in den GKV-HIS-Berichten (GKV-Heilmittel-Informationssystem) eigentlich gemessen, außer Menge und Geld?
Dafür bezahle ich aber ca 200-220€ im Monat. Die kriege ich über die gkv jedes Quartal so ziemlich 1 zu 1 zurück erstattet. Das kostet allein für mich über 2400€ im Jahr was ich von der GKV wieder bekomme.
Da kommen doch zweistellige oder dreistellige Millionenbeträge raus die für aktuell 0 Leistung bezahlt werden.
Ich bin weder Informatiker noch BWLer aber 220€ im Monat nur für die Bereitstellung einer Daten geschützten Datenbank ist doch vollkommen unverhältnismäßig teuer. Wie kriegen das Cloud oder Streaming Anbieter hin die viel mehr Kunden und Traffic haben und es für 10-20€ Abos vermarkten? Da läuft doch was komplett schief.
Lass es 50€ im Monat sein, aber für eine Plastikkarte mit Login Daten (eHba) zahle ich jedes Jahr 120€, was soll das? Warum fragt da keiner nach und spart dort Geld ein?
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ACW schrieb:
Ja ist verarsche, da saß wohl der Software Verkäufer direkt bei den Beratern lol
Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie optimaler Lobbyismus aussehen kann.
Davon sollten wir uns ein Riesenstück abschneiden, ganz im Ernst.
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Sarah Gerbert schrieb:
@ACW das ist keine Verar...e.
Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie optimaler Lobbyismus aussehen kann.
Davon sollten wir uns ein Riesenstück abschneiden, ganz im Ernst.
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Lucky2004 schrieb:
Ich lache mich scheckig. Eine Firma, die die Karten verkauft, nimmt in Summe 1000€ für beide Karten. Nun folgen ständig Mails, welche Funktionen der Karten abgeschaltet werden, da sie nicht datenschutzkonform sind. Geld raus geschmissen, für etwas, das bis zur Deadline am 1.10.2027 wahrscheinlich komplett unbrauchbar ist. Und wir fragen uns, wo die Millionen hin gehen.......
für zweifelhafte Digitalisierungs-Projekte
investierte Geld komplett aus den GKV-Beiträgen kommt und leider dann für die
Modernisierung und
Verbesserung der Heilmittel-
Versorgung nicht mehr zur
Verfügung steht!
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Physiobalance schrieb:
Ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass dieses
für zweifelhafte Digitalisierungs-Projekte
investierte Geld komplett aus den GKV-Beiträgen kommt und leider dann für die
Modernisierung und
Verbesserung der Heilmittel-
Versorgung nicht mehr zur
Verfügung steht!
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Stefan Arnold schrieb:
Nun ich bin an die TI angeschlossen und da es quasi null Funktionen gibt ist sie bisher ziemlich sinnlos, bis auf ein paar digitale Nachrichten an Ärzte und gesendete Therapieberichte kann man nichts damit anfangen.
Dafür bezahle ich aber ca 200-220€ im Monat. Die kriege ich über die gkv jedes Quartal so ziemlich 1 zu 1 zurück erstattet. Das kostet allein für mich über 2400€ im Jahr was ich von der GKV wieder bekomme.
Da kommen doch zweistellige oder dreistellige Millionenbeträge raus die für aktuell 0 Leistung bezahlt werden.
Ich bin weder Informatiker noch BWLer aber 220€ im Monat nur für die Bereitstellung einer Daten geschützten Datenbank ist doch vollkommen unverhältnismäßig teuer. Wie kriegen das Cloud oder Streaming Anbieter hin die viel mehr Kunden und Traffic haben und es für 10-20€ Abos vermarkten? Da läuft doch was komplett schief.
Lass es 50€ im Monat sein, aber für eine Plastikkarte mit Login Daten (eHba) zahle ich jedes Jahr 120€, was soll das? Warum fragt da keiner nach und spart dort Geld ein?
Als Effizienzpotenzial bei der Blankoverordnung nennt die Pressestelle „Mengen- und Ausgabensteigerung reduzieren“ und „Stärkung von steuernden und mengenbegrenzenden Maßnahmen“. Im Blankovertrag nach § 125a SGB V steht aber in § 7, was eine unverhältnismäßige Mengenausweitung ist: eine, „die medizinisch nicht begründet ist“. Und § 125a Abs. 1 legt Auswahl, Dauer und Frequenz ausdrücklich in die Hand des Therapeuten.
Wer also Mengen begrenzen will, muss erst zeigen, welche Behandlungen medizinisch nicht begründet waren. Die AOK-Stichproben vom März haben bei Auswahl, Kombination und Frequenz keinen Unterschied zur Regelverordnung gefunden. Und der gemeinsame Zwischenbericht zur Ergo-Blanko hält fest, dass Abrechnungsdaten keine Aussage zur Ergebnisqualität erlauben. Effizienz ist Ergebnis geteilt durch Aufwand. Ohne gemessenes Ergebnis bleibt von „Effizienzreserve“ nur das Wort Reserve.
Das Büro von Frau Borchardt schreibt, Effizienzreserven lägen im Abbau von Bürokratie, in einfacheren Abrechnungsverfahren und weniger Dokumentationspflichten. Das kann man beim Wort nehmen: Nullretaxation bei Formfehlern, Bericht nur auf Anforderung, eine eVerordnung, die funktioniert. Wenn das gemeint ist, gibt es keinen Streit.
Danke an die Redaktion, dass beide Antworten ungekürzt verlinkt sind.
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der Michi schrieb:
Die Antwort des GKV-Spitzenverbands an die Redaktion passt nicht zu dem Vertrag, den er selbst unterschrieben hat.
Als Effizienzpotenzial bei der Blankoverordnung nennt die Pressestelle „Mengen- und Ausgabensteigerung reduzieren“ und „Stärkung von steuernden und mengenbegrenzenden Maßnahmen“. Im Blankovertrag nach § 125a SGB V steht aber in § 7, was eine unverhältnismäßige Mengenausweitung ist: eine, „die medizinisch nicht begründet ist“. Und § 125a Abs. 1 legt Auswahl, Dauer und Frequenz ausdrücklich in die Hand des Therapeuten.
Wer also Mengen begrenzen will, muss erst zeigen, welche Behandlungen medizinisch nicht begründet waren. Die AOK-Stichproben vom März haben bei Auswahl, Kombination und Frequenz keinen Unterschied zur Regelverordnung gefunden. Und der gemeinsame Zwischenbericht zur Ergo-Blanko hält fest, dass Abrechnungsdaten keine Aussage zur Ergebnisqualität erlauben. Effizienz ist Ergebnis geteilt durch Aufwand. Ohne gemessenes Ergebnis bleibt von „Effizienzreserve“ nur das Wort Reserve.
Das Büro von Frau Borchardt schreibt, Effizienzreserven lägen im Abbau von Bürokratie, in einfacheren Abrechnungsverfahren und weniger Dokumentationspflichten. Das kann man beim Wort nehmen: Nullretaxation bei Formfehlern, Bericht nur auf Anforderung, eine eVerordnung, die funktioniert. Wenn das gemeint ist, gibt es keinen Streit.
Danke an die Redaktion, dass beide Antworten ungekürzt verlinkt sind.
Doch zwischen den Zeilen spüre ich genau das, wovor ich seit Jahren warne: Wir haben keine Partner mehr, sondern Feindbilder. Früher saßen diese in der GKV, jetzt scheinen sie sich auch auf Mitglieder der CDU auszudehnen. Das ist alarmierend. Uns droht nicht nur die Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung (minus 1 %), sondern auch die Kürzung wichtiger und wirksamer Therapieformen. Alles andere halte ich für unrealistisch. Es geht offenbar nur noch darum, unseren Berufsstand schnell und leise zu zerstören, uns als Kostenfaktor an den Rand des Ruins zu drängen – ohne Rücksicht auf Verluste. Wir sind der Kollateralschaden dieser Regierungspolitik.
Langsam, aber sicher wächst in mir ein tiefer Hass auf eine Regierungspartei, deren Glaubwürdigkeit längst in Frage steht.
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Blumenkind schrieb:
Nach einem zehnstündigen Arbeitstag mit durchweg freundlichen, engagierten Patienten fühle ich mich nicht erschöpft, sondern bereichert. Vier Blankoverordnungen, drei KGG, dazu viele MT und wenig KG – eigentlich alles gut, könnte man meinen.
Doch zwischen den Zeilen spüre ich genau das, wovor ich seit Jahren warne: Wir haben keine Partner mehr, sondern Feindbilder. Früher saßen diese in der GKV, jetzt scheinen sie sich auch auf Mitglieder der CDU auszudehnen. Das ist alarmierend. Uns droht nicht nur die Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung (minus 1 %), sondern auch die Kürzung wichtiger und wirksamer Therapieformen. Alles andere halte ich für unrealistisch. Es geht offenbar nur noch darum, unseren Berufsstand schnell und leise zu zerstören, uns als Kostenfaktor an den Rand des Ruins zu drängen – ohne Rücksicht auf Verluste. Wir sind der Kollateralschaden dieser Regierungspolitik.
Langsam, aber sicher wächst in mir ein tiefer Hass auf eine Regierungspartei, deren Glaubwürdigkeit längst in Frage steht.
Wenn das der neue Trend sein sollte, dann beschleunigt das meine Entscheidung zur Privatpraxis. Ich persönlich wollte eigentlich immer keinen großen Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatienten machen. Aber so einen Unfug mache ich mit 37 Jahren Berufserfahrung und zig Fortbildungen nicht mit.
Mit kollegialen Grüßen
Achilles 2
P.S.
Dieser Patientin habe ich im vergangen Jahr mit 4 Sechserrezepten mit Manueller Therapie wieder zu einem relativ guten Gehen hinbekommen.
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anika666 schrieb:
Nun ja, da wird diese Patientin eben keine Termine bekommen. Nur Privat wird nicht funktionieren. Zumindest nicht, wenn alle Praxen das machen. Aber ich werd ab nächstes Jahr mein Privatangebot auch ausweiten. Am liebsten im Selbstzahlerbereich. Die Beihilfepatienten nerven nämlich auch ziemlich.
Und so gibt es ordentlich arroganten Druck, es wird jede Menge Angst erzeugt, der Job wird anstrengend gemacht - und - zauber, zauber - eine unliebsame Maßnahme wird von den Betroffenen selbst geleistet. Die Versorgung der Kassenpatienten stirbt in den nächsten Jahren mehr oder weniger allmählich aus oder verschiebt sich in Massenabfertigungsbereiche mit Therapeuten aus Drittlohnländern, vielleicht möchten Lidl und Aldi im Hinterzimmer etwas anbieten. Draußen lädt das Auto Billigstrom und innen gibt es Rücken. Die Ärzte haben es schon vorgemacht. Und heuchlerischer wie die aktuelle Klage der GKV, ihre Versicherten würden ungerecht behandelt, während auf der anderen Seite ärztliche Honorare gekürzt werden und engagierten Versorgern Strafen und Rückzahlungen drohen, - heuchlerischer kann man sich kaum verhalten.
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S. Vogt schrieb:
Und damit geht man der GKV auf den Leim. Ich vermute, dass sehr berechnend die Therapeuten dazu gebracht werden, sich selbst aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu verabschieden. Die Kassen hoffen schon lange, die Heilmittel in den Selbstzahlerbereich auszugliedern. Vor 20 Jahren schon wurde diskutiert, ob das bisschen Lispeln (bin Logopädin) wirklich behandelt werden müsste und Sprachentwicklung nicht einfach etwas individuelles sei. Manche haben halt Pech gehabt. Ein Müllwerker muss nicht ordentlich sprechen können. Und Rücken zahlen die Patienten doch auch gerne selbst, wenn es ordentlich weh tut. Wer das nicht zahlen kann, ist halt ein Kollateralschaden und sowieso für die Wirtschaft nicht relevant. Wirtschaftlich gesehen ist es doch viel entspannter, wenn kostenträchtige Sozialhilfeempfänger und Schwerkranke keine lange Überlebenszeit haben.
Und so gibt es ordentlich arroganten Druck, es wird jede Menge Angst erzeugt, der Job wird anstrengend gemacht - und - zauber, zauber - eine unliebsame Maßnahme wird von den Betroffenen selbst geleistet. Die Versorgung der Kassenpatienten stirbt in den nächsten Jahren mehr oder weniger allmählich aus oder verschiebt sich in Massenabfertigungsbereiche mit Therapeuten aus Drittlohnländern, vielleicht möchten Lidl und Aldi im Hinterzimmer etwas anbieten. Draußen lädt das Auto Billigstrom und innen gibt es Rücken. Die Ärzte haben es schon vorgemacht. Und heuchlerischer wie die aktuelle Klage der GKV, ihre Versicherten würden ungerecht behandelt, während auf der anderen Seite ärztliche Honorare gekürzt werden und engagierten Versorgern Strafen und Rückzahlungen drohen, - heuchlerischer kann man sich kaum verhalten.
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pt ani schrieb:
@S. Vogt Das wäre ein perfider Plan, aber denkbar.. worried
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Stefan Arnold schrieb:
Ja Übungsbehandlung kam jetzt öfter bei uns, das kann man eigentlich nur ablehnen. Wer da die Vergütung sieht kann nur den Kopf schütteln. Warum das überhaupt noch im HMK mit drin steht ist mir schleierhaft.
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Inche schrieb:
@Stefan Arnold Das könnte unsere Masseurin übernehmen oder Ablehnen
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pm-ps schrieb:
@anika666 Gerade bei der letzten Gruppe gibt es aktuell erstaunliche Entwicklungen. Details gerne als DM.
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Achilles2 schrieb:
Ich habe in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit 20 Jahren ein Rezept in der Hand gehabt mit "20 X ÜBUNGSBEHANDLUNG", R 26.1, SO3, also ein besonderer Verordnungbedarf.
Wenn das der neue Trend sein sollte, dann beschleunigt das meine Entscheidung zur Privatpraxis. Ich persönlich wollte eigentlich immer keinen großen Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatienten machen. Aber so einen Unfug mache ich mit 37 Jahren Berufserfahrung und zig Fortbildungen nicht mit.
Mit kollegialen Grüßen
Achilles 2
P.S.
Dieser Patientin habe ich im vergangen Jahr mit 4 Sechserrezepten mit Manueller Therapie wieder zu einem relativ guten Gehen hinbekommen.
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Das erklärt auch, warum Budgetverantwortung allein nicht reicht. Bei der Blankoverordnung liegt sie seit 2024 bei uns — und weil weiter jede Einheit einzeln bezahlt wird, ist die Menge gestiegen, und genau das wird uns jetzt vorgehalten.
Ohne gemessenes Ergebnis wird aus Ergebnisverantwortung Mengenhaftung.
Die Frage an die Verbände wäre also weniger „Direktzugang ja oder nein“, sondern: Wer baut die unabhängige Ergebnismessung, ohne die jede Form von Eigenverantwortung — Blanko wie Direktzugang — am Ende als Kostenproblem endet?
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pm-ps schrieb:
„Ergebnisverantwortung bei uns selber“ ist für mich der wichtigste Satz in diesem Strang. Nur: Verantwortung kann man nur für etwas tragen, das gemessen wird. Die GKV-HIS-Berichte erfassen Menge und Geld. Es gibt in der gesamten Heilmittelversorgung keine Stelle, die ein Behandlungsergebnis erhebt.
Das erklärt auch, warum Budgetverantwortung allein nicht reicht. Bei der Blankoverordnung liegt sie seit 2024 bei uns — und weil weiter jede Einheit einzeln bezahlt wird, ist die Menge gestiegen, und genau das wird uns jetzt vorgehalten.
Ohne gemessenes Ergebnis wird aus Ergebnisverantwortung Mengenhaftung.
Die Frage an die Verbände wäre also weniger „Direktzugang ja oder nein“, sondern: Wer baut die unabhängige Ergebnismessung, ohne die jede Form von Eigenverantwortung — Blanko wie Direktzugang — am Ende als Kostenproblem endet?
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anika666 schrieb:
Es passiert politisch gerade in keinem Bereich etwas nachhaltiges. Im Gesundheitsbereich geht man mit dem Rasenmäher drüber, ohne auch nur ansatzweise eine wirkliche Reform anzustreben. Die meisten Kosten verursacht der stationäre Bereich. Man könnte, nur so ein Beispiel, Rehakliniken schließen und das meiste in ambulante Rehaeinrichtungen ( die es ja schon gibt, nur deutlich zu wenig), behandeln. Dafür muss man aber mehr Geld in den ambulanten Bereich pumpen. Tut aber keiner. Viele ärztliche Behandlungen sind eine Katastrophe, Schmerzmittel und MRT, das war’s. Chat GPT kann das zum Teil besser. Hab gerade wieder so einen Fall. Es ist ein einziges Hauen und Stechen um die Kohle. Und wir stehen ganz unten, obwohl unser Beruf das Potential hätte, für Entlastung zu sorgen. Das gibt es aber nicht umsonst.
Das ist dieselbe Falle, in der die Ärzte bei der Prävention sitzen: jahrzehntelang „wir könnten das besser“, ohne es je zu belegen, und am Ende besetzen andere das Feld.
„Das gibt es aber nicht umsonst“ ist verständlich, dreht die Reihenfolge aber um. Wer zuerst Geld fordert und den Beleg für später verspricht, bekommt Borchardt-Fragen.
Wer zuerst misst, bestimmt, worüber verhandelt wird.
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pm-ps schrieb:
@anika666 Beim ambulanten Potential bin ich bei dir — mit einer unbequemen Einschränkung: Den Beweis, dass wir für Entlastung sorgen, hat unsere Berufsgruppe nie erbracht. Nicht, weil er nicht zu führen wäre, sondern weil ihn nie jemand gemessen hat. Eine belastbare deutsche Zahl für den Entlastungseffekt der Physiotherapie existiert nicht — bei den Hausärzten, bei den Krankschreibungen, nirgends.
Das ist dieselbe Falle, in der die Ärzte bei der Prävention sitzen: jahrzehntelang „wir könnten das besser“, ohne es je zu belegen, und am Ende besetzen andere das Feld.
„Das gibt es aber nicht umsonst“ ist verständlich, dreht die Reihenfolge aber um. Wer zuerst Geld fordert und den Beleg für später verspricht, bekommt Borchardt-Fragen.
Wer zuerst misst, bestimmt, worüber verhandelt wird.
Wir als Heilmittelerbringer haben doch gar nicht die Mittel, um ausreichend Studien zu finanzieren, die uns in unseren Thesen unterstützen und fördern. Aber die reine Logik müsste eigentlich zu dem Schluss kommen, welche Entlastung möglich wäre. Hier geht es aber nicht um Logik, sondern um Wille und Lobbyismus. Ich würde vermuten, dass auch wenn Studien existieren würden, die uns unterstützen, sich nichts ändern würde. Die landen dann in einer Schublade und werden nur dann benutzt, wenn sie irgendjemandem politisch nutzen.
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anika666 schrieb:
@pm-ps Grundsätzlich hast du recht, aber wo wird denn im Gesundheitswesen wirklich gemessen? Wenn ein Wille da ist, oder genug Lobbyarbeit, müssten ja auch empirische Daten völlig ausreichen! Ist doch völlig logisch, dass ein stationärer Aufenthalt teurer ist, als ein ambulanter. Und Prävention ist auch so eine Sache. Nimm nur mal die Krebsvorsorge für Frauen bei Gebärmutterhalskrebs. Im Rest von Europa gibt es ein Screening alle 3-5 Jahre, das wurde jetzt endlich auch in Deutschland angepasst. Der Aufschrei ist immens. Ich denke es geht im Moment um Kontrolle. Der ambulante Bereich ist ja auch zum Teil aus dem Ruder gelaufen, womit ich nicht unbedingt den Heilmittelbereich meine.
Wir als Heilmittelerbringer haben doch gar nicht die Mittel, um ausreichend Studien zu finanzieren, die uns in unseren Thesen unterstützen und fördern. Aber die reine Logik müsste eigentlich zu dem Schluss kommen, welche Entlastung möglich wäre. Hier geht es aber nicht um Logik, sondern um Wille und Lobbyismus. Ich würde vermuten, dass auch wenn Studien existieren würden, die uns unterstützen, sich nichts ändern würde. Die landen dann in einer Schublade und werden nur dann benutzt, wenn sie irgendjemandem politisch nutzen.
Und es bräuchte keine Millionenstudie. Das dänische GLA:D-Programm war ein Register — Fragebögen zu drei Zeitpunkten, von den Praxen selbst erhoben, knapp 10.000 Patienten in zwei Jahren. Das Problem ist nicht das Geld. Es ist, dass Messen in der Einzelleistungsvergütung keinen Preis hat: keine Position, kein Anreiz, kein Register. Logik ersetzt keine Daten — aber Daten dieser Art sind billiger, als die Branche glaubt.
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pm-ps schrieb:
@anika666 @anika666 Gemessen wird dort, wo Geld dranhängt: AMNOG bei Arzneimitteln, DiGA-Erprobung, Mindestmengen in der Chirurgie — Messung ist dort die Eintrittskarte zur Erstattung. Die Heilmittel sind einer der wenigen Bereiche ganz ohne. Deshalb sind wir bei jeder Sparrunde zuerst dran: Bei uns kann niemand beziffern, was verloren geht.
Und es bräuchte keine Millionenstudie. Das dänische GLA:D-Programm war ein Register — Fragebögen zu drei Zeitpunkten, von den Praxen selbst erhoben, knapp 10.000 Patienten in zwei Jahren. Das Problem ist nicht das Geld. Es ist, dass Messen in der Einzelleistungsvergütung keinen Preis hat: keine Position, kein Anreiz, kein Register. Logik ersetzt keine Daten — aber Daten dieser Art sind billiger, als die Branche glaubt.
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anika666 schrieb:
@pm-ps Und wer soll diese Studie deiner Meinung nach in Deutschland erheben? Glaubst du wirklich, dass sich irgendjemand ernsthaft dafür interessiert? Aktuell sehe ich das nicht. Bestes Beispiel sind die Erhebungen zur Blanko.
Und wer soll es erheben? Das gibt es schon: Beim GLA:D-Programm wertet eine Hochschule ein Patientenregister aus, finanziert über den Versorgungsvertrag selbst. In Dänemark läuft das seit 2013, knapp 10.000 Patienten in den ersten zwei Jahren, erhoben von den zertifizierten Praxen. Keine Millionenstudie, keine Lobby nötig — eine Vertragsklausel.
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pm-ps schrieb:
@anika666 Dein Blanko-Beispiel trifft es — nur andersherum. Bei der Blanko wurde gemessen, von Anfang an: von den Kassen, mit Abrechnungsdaten. Die können nur Menge und Geld zählen, und genau diese Zahlen werden uns jetzt vorgehalten. Das Problem war nie fehlendes Interesse am Messen. Es war, dass die eine Seite misst und die andere nicht — wer nicht misst, über den wird gemessen.
Und wer soll es erheben? Das gibt es schon: Beim GLA:D-Programm wertet eine Hochschule ein Patientenregister aus, finanziert über den Versorgungsvertrag selbst. In Dänemark läuft das seit 2013, knapp 10.000 Patienten in den ersten zwei Jahren, erhoben von den zertifizierten Praxen. Keine Millionenstudie, keine Lobby nötig — eine Vertragsklausel.
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anika666 schrieb:
@pm-ps Du schreibst es ja selbst „finanziert durch den Versorgungsvertrag“. Bei uns ist dergleichen aber nicht vorgesehen! So etwas muss erst reinverhandelt werden und wenn die KK kein Interesse haben, so etwas zu finanzieren, dann wird es das auch nicht geben. Und natürlich brauchen wir dafür eine Lobby, was denn sonst? Der Strom kommt auch nicht einfach aus der Steckdose. Ich hab im übrigen nie von Millionen gesprochen, aber ein paar Euronen kostet so etwas schon.
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Roy Kühne schrieb:
Okay, zurück zum Bericht und den Inhalten! Die Frage ist doch, wie reagiert die Branche darauf, was machen die Verbände und wie kann die Situation besser gemacht werden? UND: Anlass und Grund ist die Fragestellung von Frau Borchardt. Letztendlich lesen hier sicherlich auch Verantwortliche aus den Verbänden mit und da erwarte ich einen Richtung - es sind immerhin meine politischen Vertreter. Ob jetzt der eine oder andere demnächst nur noch privat behandelt - ob das die Lösung ist, muss jeder selber für sich entscheiden. Es ist aktuell nur auffällig, dass politisch gesehen, wenig "Nachhaltiges" passiert. Thema BV oder TI wurde ja schon diskutiert. Für mich immer noch ein Thema: der Direktzugang! ABER auch das wird ja in der Therapie-Branche sehr unterschiedlich gesehen. Dann wäre Budget und Ergebnisverantwortung bei uns selber und es gäbe keine Delegation von Schuld. Oder? PS: Danke hier an Herrn Merz und physio.de, dass sie am Ball bleiben.
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