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Polio, hartnäckig und gefährlich
Weltweite Reisen und unwissende Ärzte erhöhen das Risiko.
Hierzulande sind Polio-Kranke gerade einmal in medizinhistorischen Abhandlungen zu finden. Nur ältere Therapeuten können sich an die Lähmungsbilder bei der auch Kinderlähmung genannten Poliomyelitis erinnern. Europa wurde vor zehn Jahren für poliofrei erklärt. Doch die Ruhe ist trügerisch. Im nur wenige Flugstunden entfernten Tadschikistan etwa ist die Infektionskrankheit alltägliche Realität. In diesem Jahr sind bislang weltweit 444 Menschen an Polio erkrankt. Vor allem in Nigeria, Pakistan, Afghanistan und eben Tadschikistan treten immer wieder Neuerkrankungen auf. Zum dieser Tage begangenen Welt-Poliotag fordert Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel die intentionale Gemeinschaft auf, in ihren Anstrengungen zur Ausrottung der gefährlichen Krankheit nicht nachzulassen. Seit 2009 hat Deutschland 89 Millionen Euro zur Eindämmung der Poliomyelitis ausgegeben.
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts in Berlin, Professor Reinhard Burger, warnt vor einem Import der Krankheit aus betroffenen Ländern. Das Virus sei sehr robust und die meisten Infizierten zeigten zunächst keine auffallenden Symptome. Die Gefahr einer weiten Verbreitung erscheint jedoch gering. Die Impfquote bei Schulanfängern liege bei 95 Prozent, weiß der Experte. Ganz andere Sorgen plagen die Aktiven des Bundesverbands Polio Selbsthilfe. Neben den Bemühungen zur Eliminierung der Infektionskrankheit kümmert sich der Verband um die rund 100.000 Überlebenden einer Polio und zusätzlich um mindestens eine Million Menschen, dies sich mit dem Virus infizierten, bei denen die Krankheit aber nicht ausgebrochen ist. Viele von ihnen leiden unter dem Post-Polio-Syndrom. Lähmungen, Schmerzen, Erschöpfungszustände, Atem- und Schluckbeschwerden oder Schlafstörungen können die Symptome sein.
Auch die zunehmende fachliche Inkompetenz der Ärzteschaft bereitet den ehrenamtlichen Selbsthelfern Kopfzerbrechen. "Die Poliomyelitis sowie das Post-Polio-Syndrom stehen an den medizinischen Fakultäten unserer Universitäten so gut wie nicht mehr auf den Lehrplänen", klagt Karola Rengis, erste Vorsitzende des Polio-Verbands. Quer durch das Land fühlten sich die Patienten mangelhaft behandelt. Gering sei das Wissen der Doktoren und zu groß die Angst vor budgetären Belastungen.
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts in Berlin, Professor Reinhard Burger, warnt vor einem Import der Krankheit aus betroffenen Ländern. Das Virus sei sehr robust und die meisten Infizierten zeigten zunächst keine auffallenden Symptome. Die Gefahr einer weiten Verbreitung erscheint jedoch gering. Die Impfquote bei Schulanfängern liege bei 95 Prozent, weiß der Experte. Ganz andere Sorgen plagen die Aktiven des Bundesverbands Polio Selbsthilfe. Neben den Bemühungen zur Eliminierung der Infektionskrankheit kümmert sich der Verband um die rund 100.000 Überlebenden einer Polio und zusätzlich um mindestens eine Million Menschen, dies sich mit dem Virus infizierten, bei denen die Krankheit aber nicht ausgebrochen ist. Viele von ihnen leiden unter dem Post-Polio-Syndrom. Lähmungen, Schmerzen, Erschöpfungszustände, Atem- und Schluckbeschwerden oder Schlafstörungen können die Symptome sein.
Auch die zunehmende fachliche Inkompetenz der Ärzteschaft bereitet den ehrenamtlichen Selbsthelfern Kopfzerbrechen. "Die Poliomyelitis sowie das Post-Polio-Syndrom stehen an den medizinischen Fakultäten unserer Universitäten so gut wie nicht mehr auf den Lehrplänen", klagt Karola Rengis, erste Vorsitzende des Polio-Verbands. Quer durch das Land fühlten sich die Patienten mangelhaft behandelt. Gering sei das Wissen der Doktoren und zu groß die Angst vor budgetären Belastungen.
Peter Appuhn
physio.de
PolioRobert-Koch-Institut
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