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Abenteuer Krankenhaus
Risiko Operation dank Bonusvereinbarungen. Koalition will Transparenz.
28.11.2012 • 0 Kommentare

Wir sind Spitze. Beim Operieren macht uns keiner was vor. Da wird geschnitten, gefräst und genäht, dass die Instrumente glühen. Rückenschmerzpatienten landen auf dem OP-Tisch und die Endoprothese gehört zum guten Ton. Die Gründe für die exorbitant hohen Eingriffszahlen? Eine medizinische Notwendigkeit für den maximalinvasiven Wahn ist jedenfalls nicht zu erkennen. Das Abrechnungssystem der Krankenhäuser ist verantwortlich und Bonusvereinbarungen für Chefärzte. Auf Antrag der Regierungsfraktionen wurde das kurz vor der Verabschiedung stehende Patientenrechtegesetz gerade ergänzt. Bonusvereinbarungen sollen demnach künftig veröffentlicht werden.

Das vor zehn Jahren etablierte Fallpauschalensystem DRG (Diagnosis related Groups) in den deutschen Kliniken produzierte in der Folgezeit eine stetig wachsende Zahl von Zielvereinbarungen für die ärztlichen Klinikchefs. Unnötig oder gar riskante Therapiemaßnahmen, einzig an monetären Interessen orientiert, entwickelten sich mancherorts zur Regel.

Die Koalitionsfraktionen können sich mit ihrer Transparenzoffensive einer breiten Unterstützung sicher sein. Die Bundesärztekammer(BÄK), der Marburger Bund und auch der Verband der leitenden Krankenhausärzte fordern die Abschaffung von Bonusvereinbarungen. BÄK-Präsident Frank-Ulrich Montgomery betonte, dass die Belohnungspraxis dem ärztlichen Berufsethos widerspreche und Risiken für die Patientenversorgung berge.

Nur die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wehrt sich gegen die drohende Veröffentlichungspflicht. Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG, klagte gegenüber der FAZ: "Arbeitsverträge sollten nicht Gegenstand der Gesundheitspolitik sein".

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Jens Spahn, rät den Patienten, in Zukunft nach entsprechenden Vereinbarungen zu fragen. Existieren Bonusverträge "müssen sie mit unnötigen Operationen rechnen."



Peter Appuhn
physio.de

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