Was wir Dir bieten
Überzeuge Dich selbst, warum das
rehamed Dein perfekter Arbeitgeber
ist:
- ein modernes Zentrum für
ambulante, orthopädische
Rehabilitation, Physiotherapie
sowie Gesundheitssport.
- ein interdisziplinäres,
leidenschaftliches Team mit
differenzierten
Behandlungstechniken
- professionelle Arbeitsstrukturen
mit modernsten Arbeitsmitteln
- regelmäßige interne/externe
Fortbildungen – Deine Wünsche
und Ideen sind herzlich Willkommen
- ein unbefristetes
Arbeitsverhäl...
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- Man kann nicht nicht kommunizieren.
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.
- Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung.
- Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.
- Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.
Die meisten Menschen stolpern beim ersten Lesen dieser Axiome über den vierten Punkt, denn hier ist mit „digital“ nicht etwa die Kommunikation über das Smartphone gemeint (was 1967 nicht einmal zu erahnen war), sondern die nonverbale Kommunikation. Während analoge Kommunikation nach Watzlawick in Worten und Sätzen stattfindet, besteht digitale Kommunikation aus Mimik und Gestik.Dass Letztere einen entscheidenden Beitrag zur Informationsübermittlung leistet, merken wir spätestens bei Telefongesprächen – oder noch extremer: beim Chat im Messenger (nicht umsonst werden Emojis so zahlreich verwendet). Unser Gehirn erschließt aus der Gestik den Kontext – und das offensichtlich bereits bevor die entsprechenden Worte ausgesprochen wurden, wie jetzt eine Studie aus den Niederlanden zeigt.
Die Studie
Bereits zuvor galt als gut belegt, dass Menschen Informationen besser verarbeiten, wenn sie von Gesten begleitet werden. So zeigen etwa EEG-Studien*, dass die „N400-Amplitude“ kleiner ausfällt, wenn der Gesprächspartner das Gesagte mit Handbewegungen unterstreicht. Eine hohe N400-Amplitude entsteht, wenn ein Reiz schlecht in den bestehenden Kontext eingeordnet werden kann oder salopp formuliert: Wenn das Gehirn knirscht. Ich trinke einen Kaffee mit Socken. Glückwunsch, sie hatten wahrscheinlich gerade eine hohe N400-Amplitude.
Die ForscherInnen wollten wissen, ob die Informationsverarbeitung bereits vor oder nach dem gesprochenen Wort entsteht. Dazu führten sie ein Verhaltens- und ein EEG-Experiment durch.
Als Stimuli dienten Videos einer weiblichen virtuellen Avatarfigur, die Fragen stellte. Jede Frage enthielt ein Zielwort am Ende des Satzes. Während die Figur sprach, führte sie entweder eine ikonische Geste aus, die semantisch zum späteren Zielwort passte (z. B. eine Tippbewegung der Finger während des Satzes „Können sie schnell tippen?“), oder eine bedeutungslose Kontrollbewegung (z. B. ein Kratzen am Arm). Die Handbewegung endete immer vor dem Zielwort.
Zwischen dem Ende der Geste und dem Beginn des Zielworts befand sich eine 920 Millisekunden lange Pause. Während 120 Wiederholungen dieser Prozedur wurden die EEG-Wellen der ProbandInnen analysiert. Hier fanden die ForscherInnen vor Nennung des eigentlichen Wortes erhöhte Alpha- und Betawellen, welche dafür bekannt sind, während antizipierender Tätigkeiten aktiv zu sein. Wenn die korrekte Geste das Gesagte unterstrich, verringerte sich außerdem die bereits erwähnte N400-Amplitude. Kongruente Gesten sind also weniger anstrengend für unser Gehirn.
Vorhersagbarkeit
In der zweiten Experimentenreihe brach der Satz nach der gezeigten Geste ab und die ProbandInnen sollten erraten, welches Wort auf die Geste folgen könnte. Jede Versuchsperson sah insgesamt 120 Fragen, verteilt auf drei Bedingungen: ikonische Geste, Kontrollbewegung und keine Handbewegung. Die Ergebnisse bestätigen die Hypothese der ForscherInnen, denn die Gesten lieferten teilweise schon ausreichend Informationen, um den Satz zu beenden. Unter der "Gestenbedingung" wurden etwa 23 Prozent der Zielwörter korrekt vorhergesagt, während es unter der "Kontrollbewegungsbedingung" und dem Setting "ohne Handbewegung" jeweils nur etwa acht Prozent waren.
Praxisbezug
Kommunikation benötigt also weniger Rechenleistung des Gehirns, wenn sie von Gesten begleitet wird. Das bedeutet auch, dass ein Gespräch mit PatientInnen leichter funktionieren könnte, wenn dieses von Angesicht zu Angesicht geführt und von Gesten unterstrichen wird.
Die Ergebnisse unterstützen auch die Hypothese, dass fehlende Information ein Grund für das sogenannte „Zoom-Fatigue“ sein könnte. Lange Videokonferenzen (oder auch Telefongespräche) kosten Energie und sind vielleicht auch für sehr empathische Menschen (die zwischen den Zeilen lesen können und wollen) besonders anstrengend. Dafür gibt es ebenfalls empirische Hinweise. Wer gewohnt ist, einen Teil der Informationen aus Gesten zu gewinnen, muss mehr Energie aufwenden, um diese Lücke zu füllen. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, warum PhysiotherapeutInnen ihre PatientInnen persönlich in der Praxis sehen, anstatt Beratung via Teletherapie durchzuführen. Denn an diese digitale Komponente von Kommunikation, hatte Watzlawick seinerzeit ganz sicher nicht gedacht.
Daniel Bombien / physio.de
*Bei der Elektroenzephalographie (EEG) handelt es sich um eine elektrische Ableitung von Hirnströmen, ähnlich wie bei dem aus der inneren Medizin bekannteren EKG. Im Gegensatz zu bildgebenden Verfahren, wie dem Funktions-MRT, bietet das EEG zwar keine gute räumliche Darstellung von Hirnprozessen, allerdings ist die zeitliche Auflösung wesentlich genauer.
KommunikationHandStudieAvatar
Unabhängig davon immer wieder schön, sich mit Kommunikation auseinanderzusetzen. Hab mal gelesen (leider grade keine Studie zur Hand), dass wir über 80% in Gesprächen nonverbal übermitteln und entschlüsseln (also außer Mimik u Gestik auch Körperhaltung und besonders die Stimme!).
Meines Erachtens ist dies der Grund, warum (gute) Schriftsprache sich eben ganz anders ausdrücken muss als die gesprochene Sprache. Differenzierter und komplexer. Erstaunlicher Weise kamen Menschen jahrhundertelang schriftlich ohne Emojis aus. Emojis sind dem Abbau unserer schriftsprachlichen Fähigkeiten geschuldet. Expressiv wie rezeptiv.
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Ein hilfreicher Vergleich kommt aus der Evolutionstheorie, konkret dem Prinzip des „Survival of the fittest“. Gemeint ist dabei nicht „der Stärkste überlebt“, sondern der am besten Angepasste. Übertragen auf Sprache heißt das: Formen, die funktional sind oder gesellschaftlich als sinnvoll erachtet werden, setzen sich langfristig eher durch – nicht unbedingt, weil sie initial effizienter sind, sondern weil sie anschlussfähig bleiben.
Dieses Prinzip lässt sich auch außerhalb der Sprache beobachten, etwa in der deutschen Wirtschaft. Dort zeigt sich aktuell in Teilen ein Anpassungsproblem: strukturelle Trägheit, langsame Reaktion auf technologische und globale Veränderungen. Systeme, die sich nicht ausreichend adaptieren, verlieren relativ an Wettbewerbsfähigkeit – unabhängig davon, wie stark sie ursprünglich waren.
Zurück zur Sprache: Wenn jemand bewusst nicht gendern möchte, ist das legitim. Die unmittelbare Konsequenz ist dann eher individuell – z. B. längere Verarbeitungszeit beim Lesen gegenderter Texte oder geringere Anschlussfähigkeit in bestimmten Kontexten. Entscheidend ist weniger die normative Frage, sondern die Fähigkeit zur Anpassung: flexibel zwischen Sprachformen wechseln zu können, je nach Kontext und Zielgruppe.
Im Vergleich dazu ist die Debatte um gendergerechte Sprache ein deutlich kleineres Anpassungsthema als die strukturellen Herausforderungen großer Systeme wie der Wirtschaft. Beide folgen jedoch demselben Grundprinzip: Anpassungsfähigkeit bestimmt langfristig die Anschlussfähigkeit.
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FoetorExOre schrieb:
Dein Punkt mit der kognitiven Irritation ist nachvollziehbar – das lässt sich gut mit Verarbeitungseffekten wie erhöhter semantischer Integrationslast erklären. Sprache ist kein statisches System, sondern passt sich fortlaufend an veränderte soziale und kommunikative Anforderungen an.
Ein hilfreicher Vergleich kommt aus der Evolutionstheorie, konkret dem Prinzip des „Survival of the fittest“. Gemeint ist dabei nicht „der Stärkste überlebt“, sondern der am besten Angepasste. Übertragen auf Sprache heißt das: Formen, die funktional sind oder gesellschaftlich als sinnvoll erachtet werden, setzen sich langfristig eher durch – nicht unbedingt, weil sie initial effizienter sind, sondern weil sie anschlussfähig bleiben.
Dieses Prinzip lässt sich auch außerhalb der Sprache beobachten, etwa in der deutschen Wirtschaft. Dort zeigt sich aktuell in Teilen ein Anpassungsproblem: strukturelle Trägheit, langsame Reaktion auf technologische und globale Veränderungen. Systeme, die sich nicht ausreichend adaptieren, verlieren relativ an Wettbewerbsfähigkeit – unabhängig davon, wie stark sie ursprünglich waren.
Zurück zur Sprache: Wenn jemand bewusst nicht gendern möchte, ist das legitim. Die unmittelbare Konsequenz ist dann eher individuell – z. B. längere Verarbeitungszeit beim Lesen gegenderter Texte oder geringere Anschlussfähigkeit in bestimmten Kontexten. Entscheidend ist weniger die normative Frage, sondern die Fähigkeit zur Anpassung: flexibel zwischen Sprachformen wechseln zu können, je nach Kontext und Zielgruppe.
Im Vergleich dazu ist die Debatte um gendergerechte Sprache ein deutlich kleineres Anpassungsthema als die strukturellen Herausforderungen großer Systeme wie der Wirtschaft. Beide folgen jedoch demselben Grundprinzip: Anpassungsfähigkeit bestimmt langfristig die Anschlussfähigkeit.
Sprache verändert sich durch die Sprecher und nicht per Verordnung.
(Gesprochene) Sprache sucht stets den Weg der Ökonomie. Möglichst einfaches Codieren und Encodieren. Daher haben wir schon mit 2-3 Jahren gelernt, sprachlich zu abstrahieren und zu verallgemeinern. "Hunde" z.B. werden als solche erkannt, egal ob winzig oder riesig, schwarz, braun, weiß, Dackel, Labrador, Dogge, männlich oder weiblich. In der Einzelsituation wird differenziert, bei Allgemeinplätzen ("Hunde fressen Fleisch") ist die Aufdröselung komplett unnötig.
Besonders Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache haben werden durch ständige Partizipien und Binnen-Is, Doppelpunkte usw. eher ausgeschlossen.
Die Grenzen zwischen "Anpassung" und "Unterordnung" sind durchaus fließend. Natürlich lebt der Angepasste in Systemen, die gerne etwas verordnen, besser. Das merken Menschen dann, wenn ihnen wegen Nicht-Genderns gekündigt wird oder wenn sie an der Uni deshalb bei Arbeiten Punktabzug bekommen. Ich persönlich finde solchen Anpassungsdruck eher undemokratisch.
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Teilzeit-Leser schrieb:
@FoetorExOre
Sprache verändert sich durch die Sprecher und nicht per Verordnung.
(Gesprochene) Sprache sucht stets den Weg der Ökonomie. Möglichst einfaches Codieren und Encodieren. Daher haben wir schon mit 2-3 Jahren gelernt, sprachlich zu abstrahieren und zu verallgemeinern. "Hunde" z.B. werden als solche erkannt, egal ob winzig oder riesig, schwarz, braun, weiß, Dackel, Labrador, Dogge, männlich oder weiblich. In der Einzelsituation wird differenziert, bei Allgemeinplätzen ("Hunde fressen Fleisch") ist die Aufdröselung komplett unnötig.
Besonders Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache haben werden durch ständige Partizipien und Binnen-Is, Doppelpunkte usw. eher ausgeschlossen.
Die Grenzen zwischen "Anpassung" und "Unterordnung" sind durchaus fließend. Natürlich lebt der Angepasste in Systemen, die gerne etwas verordnen, besser. Das merken Menschen dann, wenn ihnen wegen Nicht-Genderns gekündigt wird oder wenn sie an der Uni deshalb bei Arbeiten Punktabzug bekommen. Ich persönlich finde solchen Anpassungsdruck eher undemokratisch.
Auch das Ökonomieprinzip greift allein zu kurz. Sprache zielt nicht nur auf minimale Verarbeitung, sondern balanciert Effizienz, Verständlichkeit und soziale Funktion. Dass wir verallgemeinern können („Hunde“), ist korrekt – aber ob Differenzierung sinnvoll ist, hängt vom Kontext ab. Bei Personen kann sie zusätzliche, für den Inhalt relevante Information tragen.
Die Annahme, gendergerechte Sprache schließe Nicht-Muttersprachler aus, ist so nicht belegt. Es gibt Hinweise auf leicht erhöhte Verarbeitungsaufwände, aber Verständlichkeit wird primär durch Struktur, Wortwahl und Kontext bestimmt.
Und was den „Anpassungsdruck“ angeht: Sprachliche Konventionen in Institutionen sind kein Sonderfall, sondern üblich – vergleichbar mit Fachterminologie oder Zitierregeln. Das ist zunächst eine Frage von Kontextpassung, nicht zwingend von Unterordnung.
Der zentrale Punkt ist: Sprachwandel folgt keinem einzelnen Prinzip wie Einfachheit, sondern einem funktionalen Ausgleich mehrerer Anforderungen.
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FoetorExOre schrieb:
@Teilzeit-Leser Einige deiner Punkte sind nachvollziehbar, aber die Ableitungen daraus sind zu pauschal. Sprache entwickelt sich nicht ausschließlich „von unten“. Sie entsteht im Zusammenspiel aus tatsächlichem Gebrauch und institutionellen Einflüssen – etwa durch Schulen, Medien oder Normierungsinstanzen. Das ist in der Soziolinguistik gut belegt.
Auch das Ökonomieprinzip greift allein zu kurz. Sprache zielt nicht nur auf minimale Verarbeitung, sondern balanciert Effizienz, Verständlichkeit und soziale Funktion. Dass wir verallgemeinern können („Hunde“), ist korrekt – aber ob Differenzierung sinnvoll ist, hängt vom Kontext ab. Bei Personen kann sie zusätzliche, für den Inhalt relevante Information tragen.
Die Annahme, gendergerechte Sprache schließe Nicht-Muttersprachler aus, ist so nicht belegt. Es gibt Hinweise auf leicht erhöhte Verarbeitungsaufwände, aber Verständlichkeit wird primär durch Struktur, Wortwahl und Kontext bestimmt.
Und was den „Anpassungsdruck“ angeht: Sprachliche Konventionen in Institutionen sind kein Sonderfall, sondern üblich – vergleichbar mit Fachterminologie oder Zitierregeln. Das ist zunächst eine Frage von Kontextpassung, nicht zwingend von Unterordnung.
Der zentrale Punkt ist: Sprachwandel folgt keinem einzelnen Prinzip wie Einfachheit, sondern einem funktionalen Ausgleich mehrerer Anforderungen.
Wortschatz verändert sich sowieso fortwährend und passt sich an.
Gewachsene und wachsende Veränderungen sind momentan diese: (schleichender) Wegfall des Genitivs (oder vom Genitiv...), Veränderung bei Kausalsätzen von Unterordnung zu Nebenordnung, Veränderung des Imperativs, Veränderung der Anrede vom Sie zum Du (was ich außerordentlich bedauere). Was auch einigermaßen im Alltag ankommt sind ständige Doppelnennungen. (Leider)
Bin auch gespannt, ob durch die hohe Anzahl an Migranten wir im Deutschen die Verbzweitstellung verlassen werden. Also nicht mehr „jetzt esse ich den Apfel“ sondern „Jetzt ich esse den Apfel“. Also wer sich wem anpasst. Mal sehen.
So weit so normal.
Bezogen auf das Gendern sehe ich aber nicht, dass diese Etablierung in der Gesellschaft funktioniert. Das liegt daran, dass unsere Sprache dafür nicht geeignet ist - beginnt schon mit den vielen Nomina Composita, die wir haben. "Bürger*innenmeister*innenkandidat*innen" würden auch die größten Befürworter nicht schreiben - und damit entzieht sich dann die Konsequenz, die nötig wäre. Egal wo ich gegenderte Texte lese, es werden immer einzelne Teile übersehen - plötzlich entstehen Widersprüche - einmal werden Frauen mitgenannt, einmal generisches Maskulinum - soll man dann exklusiv an Männer denken oder doch an alle? Die von Ihnen beschriebene Effizienz und Präzision/dem Zeitgeist angepasste Sprache funktioniert hier nicht und wird sich nicht durchsetzen. Dann immer wieder Wörter, die mit deutscher Sprache nichts zu tun haben: Mitglieder*innen, Wahlberechtigt*innen (in einem von vermeintlichen Akademikern verfassten - ernstgemeinten! - Text gelesen. Da wird mir übel, tut mir leid). Ja und genau letzteres sind Probleme, die Nicht-Deutsch-Sprachige haben. Einfach mal ein „innen“ anhängen, wird schon passen. Mein Neffe arbeitet in der Pflege an einer Uniklinik. Jetzt wurde ihnen Gendern von oben verordnet. 80% Migranten. Mein Neffe muss jetzt ständig erklären, wie richtig geschrieben werden muss, alle werden verrückt, kostet viel wertvolle Zeit, dabei sind die meisten froh, wenn überhaupt einigermaßen richtige Sätze geschrieben werden. Das Partizip Präsens macht es übrigens nicht besser. „Am Boden liegende Fußgehende“, „Therapierende bei Beihilfe Empfangenden“ sind leider sperrige Konstrukte, die keiner braucht.
Ich entschuldige mich bei allen, denen es auf die Nerven geht, hier wieder eine Diskussion übers Gendern lesen zu müssen. Einfach weiterscrollen. Ich bedanke mich bei Ihnen @FoetorExOre für Ihre interessanten und sachlichen Beiträge, die sich ja nur bedingt aufs Gendern beziehen. Es ist für mich ein Trigger-Thema und ich springe meistens über das Stöckchen.
Rein auf die Veränderungen bezogen gehe ich mit Ihnen d'accord.
Wir können es dabei belassen.
Meine Schüler lasse ich nach Möglichkeit nur ungegenderte Texte lesen. Es hilft enorm beim Erlernen unserer Sprache.
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Teilzeit-Leser schrieb:
@FoetorExOre @FoetorExOre ich gebe Ihnen durchaus in vielen Punkten Recht. Natürlich wird Sprache auch "von außen" geprägt. Schule, Medien und unser soziales Umfeld prägen unserer Sprache. Es gibt im Grunde keine 2 Menschen mit den exakt gleichen Sprach- bzw. Sprechgewohnheiten.
Wortschatz verändert sich sowieso fortwährend und passt sich an.
Gewachsene und wachsende Veränderungen sind momentan diese: (schleichender) Wegfall des Genitivs (oder vom Genitiv...), Veränderung bei Kausalsätzen von Unterordnung zu Nebenordnung, Veränderung des Imperativs, Veränderung der Anrede vom Sie zum Du (was ich außerordentlich bedauere). Was auch einigermaßen im Alltag ankommt sind ständige Doppelnennungen. (Leider)
Bin auch gespannt, ob durch die hohe Anzahl an Migranten wir im Deutschen die Verbzweitstellung verlassen werden. Also nicht mehr „jetzt esse ich den Apfel“ sondern „Jetzt ich esse den Apfel“. Also wer sich wem anpasst. Mal sehen.
So weit so normal.
Bezogen auf das Gendern sehe ich aber nicht, dass diese Etablierung in der Gesellschaft funktioniert. Das liegt daran, dass unsere Sprache dafür nicht geeignet ist - beginnt schon mit den vielen Nomina Composita, die wir haben. "Bürger*innenmeister*innenkandidat*innen" würden auch die größten Befürworter nicht schreiben - und damit entzieht sich dann die Konsequenz, die nötig wäre. Egal wo ich gegenderte Texte lese, es werden immer einzelne Teile übersehen - plötzlich entstehen Widersprüche - einmal werden Frauen mitgenannt, einmal generisches Maskulinum - soll man dann exklusiv an Männer denken oder doch an alle? Die von Ihnen beschriebene Effizienz und Präzision/dem Zeitgeist angepasste Sprache funktioniert hier nicht und wird sich nicht durchsetzen. Dann immer wieder Wörter, die mit deutscher Sprache nichts zu tun haben: Mitglieder*innen, Wahlberechtigt*innen (in einem von vermeintlichen Akademikern verfassten - ernstgemeinten! - Text gelesen. Da wird mir übel, tut mir leid). Ja und genau letzteres sind Probleme, die Nicht-Deutsch-Sprachige haben. Einfach mal ein „innen“ anhängen, wird schon passen. Mein Neffe arbeitet in der Pflege an einer Uniklinik. Jetzt wurde ihnen Gendern von oben verordnet. 80% Migranten. Mein Neffe muss jetzt ständig erklären, wie richtig geschrieben werden muss, alle werden verrückt, kostet viel wertvolle Zeit, dabei sind die meisten froh, wenn überhaupt einigermaßen richtige Sätze geschrieben werden. Das Partizip Präsens macht es übrigens nicht besser. „Am Boden liegende Fußgehende“, „Therapierende bei Beihilfe Empfangenden“ sind leider sperrige Konstrukte, die keiner braucht.
Ich entschuldige mich bei allen, denen es auf die Nerven geht, hier wieder eine Diskussion übers Gendern lesen zu müssen. Einfach weiterscrollen. Ich bedanke mich bei Ihnen @FoetorExOre für Ihre interessanten und sachlichen Beiträge, die sich ja nur bedingt aufs Gendern beziehen. Es ist für mich ein Trigger-Thema und ich springe meistens über das Stöckchen.
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Teilzeit-Leser schrieb:
Ich persönlich habe ganz sicher immer eine N400 Amplitude bei gegenderten Texten. Stolpere jedes Mal und überlege warum jetzt das Geschlecht die entscheidende Rolle spielt, muss den Satz dann nochmal lesen und das von vorneherein ausblenden. Beim 2. Lesen verstehe ich dann den eigentlichen Inhalt.
Unabhängig davon immer wieder schön, sich mit Kommunikation auseinanderzusetzen. Hab mal gelesen (leider grade keine Studie zur Hand), dass wir über 80% in Gesprächen nonverbal übermitteln und entschlüsseln (also außer Mimik u Gestik auch Körperhaltung und besonders die Stimme!).
Meines Erachtens ist dies der Grund, warum (gute) Schriftsprache sich eben ganz anders ausdrücken muss als die gesprochene Sprache. Differenzierter und komplexer. Erstaunlicher Weise kamen Menschen jahrhundertelang schriftlich ohne Emojis aus. Emojis sind dem Abbau unserer schriftsprachlichen Fähigkeiten geschuldet. Expressiv wie rezeptiv.
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Problem beschreiben
Halbtitan schrieb:
Schön einen Text zu lesen, der mal einen Vorteil der Vorteile herausstellt.
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