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Ruckelfrei bewegen dank Motoneuronen
Gefördertes EU-Projekt "durchforscht" menschliche Bewegungsabläufe.
10.05.2013 • 0 Kommentare

Die Europäische Union (EU) unterstützt mit 1,5 Millionen Euro das Projekt "MU-Tuning". Das steht für "Motor unit functional tuning" und wird von Dr. Till Marquardt vom European Neuroscience Institute  (ENI) der Universitätsmedizin in Göttingen geleitet. Unter der Fragestellung "Wie werden im Gehirn entworfene Verhaltensprogramme in Bewegungen umgesetzt?" versucht der Forscher die Mechanismen auf molekularer Basis zu entschlüsseln, die maßgeblich an der Steuerung des Bewegungsapparates durch das zentrale Nervensystem (ZNS) beteiligt sind.

Es sind die Motoneurone, also sogenannte Nervenzellen, die im Fokus des Forschungsprojektes stehen. Diese Nervenzellen besitzen eine Schnittstellenfunktion zwischen dem ZNS und dem Bewegungsapparates.

Über elektrische Impulse wird die Aktivität des menschlichen Körpers – vor allem des Skeletts – kontrolliert. Die Motoneurone integrieren die "Befehle" des ZNS und setzen innerhalb eines Codes die elektrischen Impulse um. Das Ergebnis: Flüssige Bewegungsabläufe können umgesetzt werden. Sind die Verbindungen zwischen den Motoneuronen und dem Gehirn unterbrochen, führt dies beispielsweise zu Lähmungen. Die Aktivität der Schalter unterliegt nutzungsabhängigen Mechanismen: Wird beispielsweise Ausdauersport betrieben, so werden auch die Motoneurone aktiviert.

"Die Identifizierung der entsprechenden Mechanismen wird letztendlich helfen, neue Angriffspunkte für die Behandlung krankheits- oder altersbedingter Beeinträchtigungen des neuromuskulären Systems zu 
finden", so Marquardt. "Die Förderung ermöglicht es uns, 
diese Forschung auf eine breite Grundlage zu stellen und die Voraussetzungen für den Erfolg des Projekts zu schaffen."

Marquardts Ziel in diesem Forschungsprojekt: "Wir wollen erst einmal die molekularen 'Schalter' identifizieren, die es Motoneuronen erlauben ihre Funktionen auszuführen. Dann interessiert uns, wie die Schalter genau funktionieren", erklärt der Forscher. Die molekularen Mechanismen sollen somit entschlüsselt werden, die für diese Eigenschaften der Motoneurone verantwortlich sind.


AvB / physio.de

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