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Evaluation Blankoverordnung
Inhalte statt Kosten betrachten
Kritische Auseinandersetzung mit der ersten therapeutischen Evaluation der Blankoverordnung mit bemerkenswerten Ergebnissen
14.07.2026 • 5 Kommentare

Die Debatte um die Kostensteigerung durch die Einführung der Blankoverordnung wird heiß und kontrovers geführt. Während die Kassen – teilweise mit falschen Darstellungen – auf den gestiegenen Kosten für die Verordnungen argumentieren, haben die wissenschaftlichen KollegInnen der Branche sich mit den therapeutischen Effekten befasst. Die erste Evaluation der Blankoverordnung (EvaBVO PT) durch die Uni zu Lübeck und die Brandenburgisch Technische Universität Cottbus – Senftenberg (BTU) untersuchte die Erfahrungen der TherapeutInnen und PatientInnen.

Methodik
Die groß angelegte Arbeit untersuchte sowohl die TherapeutInnen- als auch die PatientInnenperspektive. Auf Seiten der therapeutischen TeilnehmerInnen wurde – neben den demografischen Daten – der Evidence Based Pracitice Inventory (EBPI) zur Ermittlung der Adhärenz zu wissenschaftlich-orientierter Therapie (EBP, für Evidence-Based Practice) erhoben. Bereits 2023 veröffentlichten die KollegInnen der BTU eine Studie zu einem ähnlichen Thema mit diesem Instrument. Außerdem sollten die TherapeutInnen den Work Design Questionnaire (WDQ) ausfüllen, der die wahrgenommene Gestaltungsmöglichkeit der eigenen Arbeit erfasst.

Zur Erfassung der Therapiegestaltung wurde die Therapiedokumentation ausgewertet. Dazu zählten die Anzahl und Art der Heilmittel, die Häufigkeit pro Woche sowie Begründungen zu Behandlungsunterbrechungen sowie Therapieabbrüchen und -beendigungen.

Die PatientInnen wurden auf funktioneller Ebene anhand des Shoulder Pain and Disability Index (SPADI) und des Single Assessment Numeric Evaluation (SANE)* evaluiert, um die therapeutische Wirkung zu untersuchen. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mit dem EQ-5D gemessen. Außerdem bat man, sie einige Fragen zur Ergebnis- und Behandlungszufriedenheit zu beantworten, sowie die Tampa Scale of Kinesiophobia (TSK) für Bewegungs- und Belastungsangst auszufüllen.

Primäre Ergebnisse
Insgesamt füllten 701 TherapeutInnen den veröffentlichten Fragebogen vollständig aus. Von ihnen waren 554 bereit auch PatientInnen für die Teilnahme zu rekrutieren. Dieses Ziel erreichten allerdings lediglich 54 KollegInnen. Daher konnten letztlich vollständige Basisdaten plus:

  • • funktioneller Status (prä-post) für 65 PatientInnen,
    • Versorgungsdaten für 71 PatientInnen und
    • funktioneller Status (prä-post) + Versorgungsdaten für 40 PatientInnen
erhoben und ausgewertet werden.

TherapeutInnen
Die meisten BehandlerInnen stammten aus Süddeutschland, NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen. Die Geschlechterverteilung war nahezu ausgeglichen (w = 57,8 Prozent) und ein Drittel hatte einen akademischen Abschluss. Die TherapeutInnen waren durchschnittlich Mitte Vierzig und hatten etwa 20 Jahre Berufserfahrung. Rund 75 Prozent aller TeilnehmerInnen hatten eine Weiterbildung in Manueller Therapie absolviert. Mit gleicher Häufigkeit war das Zertifikat Krankengymnastik am Gerät (KG-Gerät) und bei 69 Prozent die MLD vertreten. Die therapeutische Wochenarbeitszeit – an PatientInnen – lag bei 33,2 Stunden. Rund die Hälfte der KollegInnen war angestellt.

Die teilnehmenden TherapeutInnen zeigten mehrheitlich eine schwache Adhärenz zur wissenschaftlich-orientierten Therapie. In allen fünf Domänen des EBPI wiesen rund vier Fünftel der Befragten eine schwache EBP-Ausprägung auf, wobei Studierte** deutlich besser abschnitten. Im Work Design Questionnaire deutete eine breite Streuung über das gesamte Skalenniveau (1 bis 5) darauf hin, dass von starker Eigenverantwortung in der Arbeitsgestaltung bishin zu strikter Befolgung von vorgefertigten Arbeitsabläufen alles vertreten war.

Auf einer Skala von -5 bis +5 waren die TherapeutInnen mit einem Wert von +3,6 mit den Behandlungserfolgen und mit +3,3 Punkten mit der Verwaltung der Blankoverordnung zufrieden.

Therapiedaten
„Die mittlere Wartezeit bis zum ersten Behandlungstermin betrug 14 (Standardabweichung: 13; Spannweite: 0 – 63) Tage. Gründe für lange Wartezeiten wurden nicht erhoben.“ Die PatientInnen erhielten zwischen 3 und 33 (Mittelwert = 16) Termine.

Das häufigste primäre Heilmittel war die Manuelle Therapie (84,5 Prozent), gefolgt von der Krankengymnastik (56,3 Prozent) und KG-Gerät (36,6 Prozent). Rund zwei Drittel der PatientInnen erhielten zusätzlich ergänzende Heilmittel wie Elektrotherapie (29,6 Prozent), Fango (15,5 Prozent), Heiße Rolle (9,9 Prozent). Eine genaue Aufschlüsselung der jeweiligen Häufigkeit der Heilmittel liegt leider nicht vor. Diese Auswahl bestätigt die Ergebnisse im EBPI. Entsprechend der aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Daten sollten die MT und weitere passive Maßnahmen bei Schulterproblematiken nur selten vertreten sein.

Die meisten PatientInnen wurden im Schnitt zweimal wöchentlich behandelt. Nur ein Drittel wurde einmal pro Woche einbestellt. Bei rund 25 Prozent wurde die Behandlungsserie zwischenzeitlich für mehr als 14 Tage unterbrochen. Dies lag zumeist (61,2 Prozent) an der Urlaubsplanung oder Krankheit der TherapeutInnen oder PatientInnen.

Durchschnittlich wurde über einen Zeitraum von 12 Wochen behandelt, wovon rund die Hälfte nur deshalb nach dieser Zeit beendet wurde, weil die Gültigkeit der Verordnung auslief, die grüne Ampelphase erschöpft war oder individuelle PatientInnenbedürfnisse dies erforderten. Bei der anderen Hälfte wurde laut der Behandlungsdokumentation das Therapieziel bereits erreicht.

PatientInnen
Zur finalen Auswertung der Behandlungsergebnisse und Zufriedenheit der PatientInnen standen am Ende des Erhebungszeitraums 65 Vorher-Nachher-Vergleiche zur Verfügung. Die TeilnehmerInnen waren durchschnittlich 57 (20 bis 85) Jahre alt und rund zwei Drittel weiblichen Geschlechts. Auch hier waren die meisten TeilnehmerInnen aus Süddeutschland.

Im Shoulder Pain and Disability Index-Gesamtscore verbesserten sich die PatientInnen im Mittel um einen klinisch bedeutsamen Wert von 27,3 Punkten (großer Effekt: Cohen's d= 1.1). Dies spiegelt sich auch in den Subskalen für Schmerz (d = 1.3) und Behinderung (d = 0.9) wider. Beim Single Assessment Numeric Evaluation konnte eine Verbesserung um knapp 20 Punkte beobachtet werden. Diese überschritten allerdings nicht die Grenze der minimalen klinischen Relevanz (MCID) von 28 Punkten. Die TeilnehmerInnen wiesen bereits zu Behandlungsbeginn eine gute gesundheitsbezogene Lebensqualität (EQ-5D) auf, was eine Verbesserung im klinisch relevanten Bereich von vornherein unwahrscheinlicher machte. Dennoch zeigte sich eine moderate Verbesserung (d = 0.7) im Vorher-Nachher-Vergleich. Ein vergleichbares Bild zeichnet sich bei der Bewegungs- und Belastungsangst (TSK) ab.

Der globale Behandlungserfolg (Skala: -5 bis +5) wurde mit 4,4 Punkten für die allgemeine Zufriedenheit mit der Behandlung und 3,8 Punkten für die Veränderung der Schulterproblematik bewertet. Diese Werte deuten auf eine hohe Zufriedenheit und deutlich wahrgenommene Verbesserung hin.

Sekundäre Ergebnisse – Einflussfaktoren
Die ForscherInnen analysierten zusätzlich, welche Faktoren einerseits einen möglichen Einfluss auf die Therapieergebnisse und andererseits auf die Therapiegestaltung hatten.

Schmerz und Funktion – SPADI
Aus den soziodemografischen Daten der PatientInnen war das Alter der einzige Prädiktor (Einflussfaktor) der das Ergebnis signifikant beeinflusste. Je älter PatientInnen waren, desto stärker profitierten sie von der Behandlung. Die Behandlungsfrequenz wies keinen signifikanten Effekt auf die Therapieerfolge auf.

Demgegenüber verschlechterten sich die Ergebnisse bei PatientInnen, wenn die behandelnden TherapeutInnen ein MT-Zertifikat hatten. Wiesen die TherapeutInnen hingegen eine hohe wissenschaftsorientierte Adhärenz bei der Dimension Entscheidungsfindung (EBPI, Dimension 4) auf, verbesserte sich das Outcome der PatientInnen signifikant.

Versorgungsdaten
Weibliche und TherapeutInnen mit einer MT-Weiterbildung tendierten dazu, ihre PatientInnen mit deutlich mehr Terminen zu versorgen. Nahmen die TherapeutInnen eine höhere Abhängigkeit von der Arbeit anderer (WDQ – rezipierte Interdependenz) wahr, verordneten sie ebenfalls mehr Behandlungseinheiten. Eine hohe Ausprägung der EBPI-Dimension 3 – Verhaltenskontrolle – führte hingegen zu weniger Terminen. Hinsichtlich der Gesamtbehandlungsdauer stellten sich keine Einflussfaktoren als signifikant heraus.

Wie bereits bei der Anzahl der Termine, erwies sich die MT-Fortbildung als Prädiktor für eine höhere Therapiefrequenz. Die Daten zum EBPI streuten sehr stark, weshalb die Interpretation dieser Ergebnisse mit besonderer Vorsicht erfolgen muss. Beim WDQ konnte keine Dimension als Einflussfaktor auf die Frequenz ermittelt werden.

Je länger TherapeutInnen bereits im Beruf waren und je mehr therapeutische Wochenarbeitsstunden sie erbrachten, umso häufiger setzten sie ergänzende Heilmittel ein. Weitere Prädiktoren konnten hierzu nicht ermittelt werden.

Limitationen
Die wohl stärkste methodische Limitation der Arbeit besteht darin, dass keine Kontrollgruppe mit regulärer (Nicht-Blanko-) Verordnung vorlag, um die Ergebnisse mit einer ärztlich gesteuerten Therapie zu vergleichen. Daher kann die Studie „als nicht-randomisierte Beobachtungsstudie [...] keine kausalen Aussagen zur Wirksamkeit der BVO […]“ liefern. Ebenso fehlt zum aktuellen Zeitpunkt ein Langzeit-Follow-up zur Ermittlung der Nachhaltigkeit.

PHYSIO-DEUTSCHLAND dazu
„Studie bestätigt: Die Blankoverordnung stärkt die physiotherapeutische Versorgung!“, so titelt der Berufsverband (ZVK) in einem Post und führt aus: „Die Studie […] belegt unter anderem: weniger Schmerzen, bessere Funktion, mehr Lebensqualität und nur sehr selten unerwünschte Ereignisse.“ So gerne man als TherapeutIn diesem Fazit zustimmen möchte, entspricht dies leider – wie in den vorherigen Absätzen (besonders den Limitationen!) erkennbar – nicht dem, was die Studie tatsächlich aussagt.

Fazit
Die WissenschaftlerInnen ziehen ein klares Fazit für die Praxis: „Die Befunde […] verdeutlichen, dass die neu gewonnene Therapiefreiheit unterschiedlich genutzt wird […]“. Die Erkenntnisse deuten zusätzlich darauf hin, dass eine wissenschaftlich orientierte Bildung Einfluss auf die Adäquanz und Therapieerfolge haben kann. „Dies legt nahe, dass eine gezielte Förderung von EBP-Kompetenzen in der physiotherapeutischen Aus- und Weiterbildung […] und […] auch im Zusammenhang einer Novellierung des Berufsgesetzes sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung der Physiotherapie beachtet werden sollte.“

Aus den Daten wird erkennbar, dass eine geringere Therapiefrequenz (1x/Woche) zu den gleichen Ergebnissen führt wie eine höhere. Es wird auch deutlich, dass passive Maßnahmen und Manuelle Therapie keinen Mehrwert bieten und teilweise zu schlechteren Outcomes führen. Dies bestätigt ein weiteres Mal die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen in Leitlinien.

Die komplette Studie finden sie hier.

Martin Römhild B.Sc. / physio.de
*Der SANE wird – wie das „Single“ verrät – durch nur eine einzige Frage erhoben: “Wie würden Sie Ihr Gelenk (in diesem Fall: Ihre Schulter) heute im Vergleich zum Normalzustand bewerten (0 % bis 100 %, wobei 100 % normal entspricht)?“.

** Eines der größten Probleme im deutschen System der akademischen „Ausbildung“ von PhysiotherapeutInnen ist der völlig deregulierte Bildungsmarkt. Durch die Unzahl an privaten Hochschulen mit teilweise fragwürdiger Akkreditierung der Studiengänge ist, inhaltlich betrachtet, ein Bachelorabschluss nicht gleich ein Bachelorabschluss. Dies spiegelt sich häufig in solchen Studien wider. So schneiden auch in dieser Erhebung die Studierten zwar im EBPI durchschnittlich besser ab, doch die Streuung offenbart eine starke Diversität in der wissenschaftlichen Festigkeit.

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BlankoverordnungStudieManuelle TherapieKGGZVK


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Dorsovolar
Vor 3 Tagen
Ich bin ja kein Akademiker, wie man vielleicht bisher erahnen konnte, aber als reine Interessensfrage:

Ist eine Studie mit einer Patientenzahl im mittleren 2-Stelligen Bereich tatsächlich in irgendeiner Art und Weise wert, ausdiskutiert zu werden?

Wenn ich lese, dass es auch keine Vergleichswerte gibt, frage ich mich, welcher Sinn hier in der Tiefe abgelesen werden kann?
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Ich bin ja kein Akademiker, wie man vielleicht bisher erahnen konnte, aber als reine Interessensfrage: Ist eine Studie mit einer Patientenzahl im mittleren 2-Stelligen Bereich tatsächlich in irgendeiner Art und Weise wert, ausdiskutiert zu werden? Wenn ich lese, dass es auch keine Vergleichswerte gibt, frage ich mich, welcher Sinn hier in der Tiefe abgelesen werden kann?
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Christoph CO
Vor 3 Tagen
Deine Frage ist verständlich und zeigt wie wichtig die Statistik in der akademischen Ausbildung ist. In der Studie müssen die Forschenden die statistische Power Analyse nachweisen. Je nach Fragestellung und Messmethode ist die Probandenzahl ausreichend.
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Deine Frage ist verständlich und zeigt wie wichtig die Statistik in der akademischen Ausbildung ist. In der Studie müssen die Forschenden die statistische Power Analyse nachweisen. Je nach Fragestellung und Messmethode ist die Probandenzahl ausreichend.
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Christoph CO schrieb:

Deine Frage ist verständlich und zeigt wie wichtig die Statistik in der akademischen Ausbildung ist. In der Studie müssen die Forschenden die statistische Power Analyse nachweisen. Je nach Fragestellung und Messmethode ist die Probandenzahl ausreichend.

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Dorsovolar schrieb:

Ich bin ja kein Akademiker, wie man vielleicht bisher erahnen konnte, aber als reine Interessensfrage:

Ist eine Studie mit einer Patientenzahl im mittleren 2-Stelligen Bereich tatsächlich in irgendeiner Art und Weise wert, ausdiskutiert zu werden?

Wenn ich lese, dass es auch keine Vergleichswerte gibt, frage ich mich, welcher Sinn hier in der Tiefe abgelesen werden kann?

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Andreas Bock
Vor 3 Tagen
"Entsprechend der aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Daten sollten die MT und weitere passive Maßnahmen bei Schulterproblematiken nur selten vertreten sein."

Ich habe dazu mal eine Frage. Warum ist es dann in der MT Ausbildung vertreten? Warum ist in jeder von der Krankenkasse zertifizierten Leistung eines Anbeiters zu dieser Fobi die Schulter im Curriculum?

Und wenn man bedenkt, dass die Manuelle Therapie eine Befund und Untersuchungstechnik darstellt, diese ABER nicht zur Physiotherapeutischen Diagnostik oder zur Bedarsfdiagnostik hinzuziehen soll, dann bitte ich dem REALSCHÜLER es zu erklären.

Diese ganze Messmethodik ohne Kontrollgruppe oder eine Studie mit einer Anzahl von 50 Personen als deckend zu betrachten ist schon schwach. Ich hatte in meiner Praxis schon 5 Studierte Physios. 2 waren brilliant und 3 wussten nach dem Studium jedes Testverfahren, aber nicht eine Behandlungstechnik!!! Die Frage die sich nun stellt, sind wir Therapeuten oder Diagnostiker? Und nicht studierte oder gute Physiotherapeuten?
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"Entsprechend der aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Daten sollten die MT und weitere passive Maßnahmen bei Schulterproblematiken nur selten vertreten sein." Ich habe dazu mal eine Frage. Warum ist es dann in der MT Ausbildung vertreten? Warum ist in jeder von der Krankenkasse zertifizierten Leistung eines Anbeiters zu dieser Fobi die Schulter im Curriculum? Und wenn man bedenkt, dass die Manuelle Therapie eine Befund und Untersuchungstechnik darstellt, diese ABER nicht zur Physiotherapeutischen Diagnostik oder zur Bedarsfdiagnostik hinzuziehen soll, dann bitte ich dem REALSCHÜLER es zu erklären. Diese ganze Messmethodik ohne Kontrollgruppe oder eine Studie mit einer Anzahl von 50 Personen als deckend zu betrachten ist schon schwach. Ich hatte in meiner Praxis schon 5 Studierte Physios. 2 waren brilliant und 3 wussten nach dem Studium jedes Testverfahren, aber nicht eine Behandlungstechnik!!! Die Frage die sich nun stellt, sind wir Therapeuten oder Diagnostiker? Und nicht studierte oder gute Physiotherapeuten?
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Niklas Streng
Vor 2 Tagen
Das System ist hier wohl eher das Problem. Warum soll man sich denn überhaupt im Vorhinein ausdenken was man heute für eine Therapieart wählt, wenn man doch eine maßgeschneiderte patientenzentrierte Behandlung anstrebt. Dann müsste ich doch generell die Möglichkeit haben nicht nur vor der Therapie sondern auch mehrmals während der Therapie das "Heilmittel" zu wechseln. In einer Welt in der ich mich zwischen KG MT ... entscheiden muss, sieht es ja wirklich so aus als ob ich das die einzige Möglichkeit wäre und am Anfang der Therapie klar ein entsprechender Handwerkskoffer ausgepackt werden muss der entweder für das Eine oder das Andere gut ist. Ist doch in der Realität einfach totaler Blödsinn.
Ich mach jedes Mal am Anfang einen kurzen manuellen Befund und Retests und dann überlege ich mir eine entsprechende Maßnahme.
Was trage ich dann ein? Ist das dann beides oder darf ich nur KG weil ich hab ja hauptsächlich Übungen gemacht - was darf ich denn dann wie machen?

Und dann suchen wir wieder wo wir wegen 3€ hin oder her die Fehler gemacht haben. Und das bei 2% vom gesamten KK Budget, ist doch eine Farce..

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Das System ist hier wohl eher das Problem. Warum soll man sich denn überhaupt im Vorhinein ausdenken was man heute für eine Therapieart wählt, wenn man doch eine maßgeschneiderte patientenzentrierte Behandlung anstrebt. Dann müsste ich doch generell die Möglichkeit haben nicht nur vor der Therapie sondern auch mehrmals während der Therapie das "Heilmittel" zu wechseln. In einer Welt in der ich mich zwischen KG MT ... entscheiden muss, sieht es ja wirklich so aus als ob ich das die einzige Möglichkeit wäre und am Anfang der Therapie klar ein entsprechender Handwerkskoffer ausgepackt werden muss der entweder für das Eine oder das Andere gut ist. Ist doch in der Realität einfach totaler Blödsinn. Ich mach jedes Mal am Anfang einen kurzen manuellen Befund und Retests und dann überlege ich mir eine entsprechende Maßnahme. Was trage ich dann ein? Ist das dann beides oder darf ich nur KG weil ich hab ja hauptsächlich Übungen gemacht - was darf ich denn dann wie machen? Und dann suchen wir wieder wo wir wegen 3€ hin oder her die Fehler gemacht haben. Und das bei 2% vom gesamten KK Budget, ist doch eine Farce.. Nennt es Physiotherapie bezahlt es bisschen besser - verändert den Fortbildungswahnsinn - dann können wir besser helfen
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Niklas Streng schrieb:

Das System ist hier wohl eher das Problem. Warum soll man sich denn überhaupt im Vorhinein ausdenken was man heute für eine Therapieart wählt, wenn man doch eine maßgeschneiderte patientenzentrierte Behandlung anstrebt. Dann müsste ich doch generell die Möglichkeit haben nicht nur vor der Therapie sondern auch mehrmals während der Therapie das "Heilmittel" zu wechseln. In einer Welt in der ich mich zwischen KG MT ... entscheiden muss, sieht es ja wirklich so aus als ob ich das die einzige Möglichkeit wäre und am Anfang der Therapie klar ein entsprechender Handwerkskoffer ausgepackt werden muss der entweder für das Eine oder das Andere gut ist. Ist doch in der Realität einfach totaler Blödsinn.
Ich mach jedes Mal am Anfang einen kurzen manuellen Befund und Retests und dann überlege ich mir eine entsprechende Maßnahme.
Was trage ich dann ein? Ist das dann beides oder darf ich nur KG weil ich hab ja hauptsächlich Übungen gemacht - was darf ich denn dann wie machen?

Und dann suchen wir wieder wo wir wegen 3€ hin oder her die Fehler gemacht haben. Und das bei 2% vom gesamten KK Budget, ist doch eine Farce..

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Andreas Bock
Vor 2 Tagen
@Niklas Streng
Danke
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Andreas Bock schrieb:

@Niklas Streng
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Andreas Bock schrieb:

"Entsprechend der aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Daten sollten die MT und weitere passive Maßnahmen bei Schulterproblematiken nur selten vertreten sein."

Ich habe dazu mal eine Frage. Warum ist es dann in der MT Ausbildung vertreten? Warum ist in jeder von der Krankenkasse zertifizierten Leistung eines Anbeiters zu dieser Fobi die Schulter im Curriculum?

Und wenn man bedenkt, dass die Manuelle Therapie eine Befund und Untersuchungstechnik darstellt, diese ABER nicht zur Physiotherapeutischen Diagnostik oder zur Bedarsfdiagnostik hinzuziehen soll, dann bitte ich dem REALSCHÜLER es zu erklären.

Diese ganze Messmethodik ohne Kontrollgruppe oder eine Studie mit einer Anzahl von 50 Personen als deckend zu betrachten ist schon schwach. Ich hatte in meiner Praxis schon 5 Studierte Physios. 2 waren brilliant und 3 wussten nach dem Studium jedes Testverfahren, aber nicht eine Behandlungstechnik!!! Die Frage die sich nun stellt, sind wir Therapeuten oder Diagnostiker? Und nicht studierte oder gute Physiotherapeuten?



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