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1-Stunden-Takt, was für Patient
und vor allem für die Therapeuten
sehr angenehm ist. Wir betreuen
ausschließlich Privatpatienten und
Selbstzahler aus dem
orthopädischen Be...
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Lebenstilinterventionen
Unter Lebensstilinterventionen versteht man Maßnahmen, die Menschen befähigen sollen, ihr Leben gesünder zu gestalten. Der primäre Fokus liegt dabei auf der Prävention von Krankheiten. Aber auch bei bereits bestehenden Problemen können sie zum Managen beziehungsweise Bremsen ihrer Progression angewandt werden. Die Lebensstilmedizin adressiert dabei sechs Teilbereiche:
- Körperliche Aktivität
- Ernährungsverhalten
- Stressmanagement
- Schlafhygiene
- Konsumverhalten
- Sozialkontakte
MethodikDie ForscherInnen um Trinh durchsuchten die einschlägigen medizinischen Datenbanken nach bestehender Literatur zu den ersten drei Teilbereichen der Lebensstilinterventionen bei PatientInnen mit Parkinsonkrankheit (Parkinsons Disease – PD). Aufgrund der schieren Masse an Evidenz konnten sie sich auf Meta-Analysen stützen, die in den letzten fünf Jahren veröffentlicht wurden.
Ergebnisse
Bei ParkinsonpatientInnen zeigt sich, dass alle sechs Säulen der Lebensstilmedizin eine relevante Rolle spielen können. Sie können sowohl die Symptomatik als auch die Pathophysiologie direkt beeinflussen.
Am umfangreichsten wurde bisher die körperliche Aktivität erforscht. Und statt isolierter Reproduktion mit immer gleichen Ansätzen – was in der Forschung dennoch wichtig ist – wurden unterschiedlichste Strategien in verschiedenen Intensitätsniveaus untersucht. Dadurch ist es potenziell möglich, für alle individuellen Vorlieben, Fähigkeiten und Kapazitäten ein passendes Programm zusammenstellen zu können.
Körperliche Aktivität
Um den Umfang der Bewegungsmenge zu erhöhen, steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Es können sowohl Kraft- als auch Ausdauer- sowie hoch Intensive Intervalltrainings (HIIT) verwendet werden. Und dabei haben alle eines gemein: Unerwünschte Effekte sind selten. Anhand der bestehenden Literatur wird Training jeglicher Art bereits seit über einem Jahrzehnt eine Unbedenklichkeit attestiert. Die einzige potenziell kritische Nebenwirkung ist die erhöhte Sturzwahrscheinlichkeit, wenn sich Menschen mehr bewegen.
Ein immer noch weit verbreiteter Irrglaube in der neurologischen Rehabilitation ist, dass die Betroffenen nicht zu stark belastet werden dürften. Also eher nur leichte Übungsprogramme angewendet werden sollten. Daraus resultiert dann häufig eine kritische Unterforderung der Betroffenen. Die Datenlage stützt diese Annahme nicht. Im Gegenteil – je höher das Intensitätsniveau, desto effizienter. Beim Krafttraining sollten beispielsweise Widerstände von 60 bis 80 Prozent der Einmalmaximalkraft (One-Repetition-Maximum – 1RM) verwendet werden. Das heißt, es sollten Gewichte genutzt werden, die es nicht zulassen, dass diese in der jeweiligen Übung mehr als 12 Mal bewegt werden können. Im Ausdauerbereich zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier sollte bevorzugt im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit (70 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz) trainiert werden.
Für TrainingseinsteigerInnen ist dieser Bereich natürlich meist ungewohnt. Als Einstieg kann daher ein moderaterer Ansatz gewählt werden. Das Ziel sollte dennoch sein, schnellstmöglich in hohe Belastungsniveaus zu wechseln.
Die Art des Trainings – mit der Kraft, Ausdauer, Koordination, Balance und Agilität adressiert werden soll – spielt dabei kaum eine Rolle. Daher kann anhand der Präferenz der betroffenen Person entschieden werden. Ob ein klassisches Krafttraining mit freien Gewichten, ein Boxtraining oder doch lieber Ausdauertraining bevorzugt wird, ist irrelevant – solang die Intensität stimmt.
Die Datenlage zeigt dabei nicht nur eine Symptomreduktion oder das Ausbremsen ihrer Verschlechterung auf. Ebenso können endokrinologische Effekte und positive Einflüsse auf die Neurodegeneration beobachtet werden.
Ernährung
Anhand der bisherigen Forschung lässt sich keine spezifische Parkinson-Diät ableiten. Somit bleibt eine allgemeine Empfehlung zu ausgewogener – regional saisonaler – Ernährung. Der Fokus sollte auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omegas), viel Obst und Gemüse sowie möglichst wenig tierischen oder hoch verarbeiteten Produkten liegen.
In den letzten Jahren wächst die Evidenz zur Darmflora (Mikrobiom). Aus dieser ergeben sich Hinweise auf einen Einfluss des Mikrobioms auf Erkrankungen. Die Datenlage zu Nahrungsergänzungsmitteln ist dabei eher schwach. Durch die bereits skizzierte „ausgewogene Ernährung“ – mit vielen Ballaststoffen – lässt sich scheinbar deutlich mehr Einfluss nehmen als durch Supplements. Ähnlich stellt sich dies auch beim Vitaminhaushalt dar.
Älterwerdende neigen – auch ohne Erkrankungen – dazu, immer weniger zu trinken. Durch den Tremor der Hände kann dies bei ParkinsonpatientInnen noch verstärkt werden. Daher sollten Betroffene nicht nur regelmäßig an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erinnert werden, sondern ihnen diese auch – bei Bedarf – mit Hilfsmitteln erleichtert werden.
Stressmanagement
PatientInnen mit chronisch progressiven Erkrankungen weisen häufig eine reduzierte gesundheitsbezogene psychische Gesundheit auf. Achtsamkeitsübungen – beispielsweise Yoga – können hier Abhilfe schaffen. Sie helfen, stressbedingte Symptome wie Depression und Angst zu reduzieren und können sowohl als Gruppenangebot als auch einzeln umgesetzt werden.
Die meisten Mind-Body-Exercises (Körper-Geist-Übungen) – wie Yoga – kombinieren körperliche Aktivität und Achtsamkeitsaspekte. Unklar bleibt, welche Wirkung dem jeweiligen Anteil zugeschrieben werden kann. Da in Gegenüberstellungen von Mind-Body-Exercises und allgemeinem Training keine Unterschiede erkennbar wurden, geht man davon aus, dass die meisten Effekte eher von den aktiven Bewegungsübungen ausgelöst werden.
Forschungslücke
Die AutorInnen weisen darauf hin, dass eine umfangreiche Datenlage zu den einzelnen Bestandteilen der Lebensstilintervention vorliegt. Gleichzeitig ist die Evidenz zu integrativen Strategien, die mehrere oder bestenfalls alle Säulen der Lebensstilmedizin kombinieren, noch mangelhaft. In Anbetracht des Umfangs und der Komplexität einer solchen multimodalen Intervention stellt sich im Besonderen die Frage, wie die Adhärenz der Betroffenen langfristig aufrechterhalten bleibt.
Fazit
Lebensstilinterventionen – vor allem aktive Bewegungsprogramme – spielen eine entscheidende Rolle beim Management der Symptome und zum Ausbremsen der pathophysiologischen Prozesse der Parkinsonkrankheit. Dabei lautet das Motto: Viel hilft viel. PatientInnen mit PD sollten häufig und intensiv trainieren. Das obere Drittel der individuellen Belastbarkeit – sowohl bei Kraft als auch kardiovaskulär – sollte dabei so oft wie möglich erreicht werden.
Aufgrund der zumeist deutlich erhöhten Sturzneigung der PatientInnen sollten gezielte Angebot mit physio- oder sporttherapeutischer Betreuung verbreitet werden.
Martin Römhild B.Sc. / physio.de
ParkinsonBewegungErnährungStressYogaStudie
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