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Training
Beats gegen das Brennen
Hilft Musik beim Ausdauersport?
29.06.2026 • 2 Kommentare
Foto: Friedrich Merz | physio.de • Lizenz: CC-BY •
Sekunden werden zu Minuten, die Lunge pfeift, die Beine brennen – was für Couch-Potatoes wie ein Alptraum klingt, ist aus medizinischer Sicht eine ziemlich gute Sache. Ausdauertraining in hohen Intensitäten, etwa in Form von Radfahren oder Joggen, hilft nicht nur dabei, das Herzkreislaufsystem in Form zu bringen, sondern lindert Entzündung im Körper, reduziert depressive Symptome, verringert das Krebsrisiko und führt natürlich auch dazu, dass überflüssige Pfunde den Körper verlassen.

Wer nicht sekündlich die Aufmerksamkeit in Richtung der jaulenden Muskeln werfen will, sucht sich Ablenkung – meist in Form von Musik. Kopfhörer auf, die Lieblingsmusik an, bestenfalls im stimmigen Beat zur entsprechenden Belastung und schon fühlt sich jeder Tritt in die Pedale wie ein Tanzschritt an. Aber hilft Musik auch wirklich messbar bei der Ausführung von Cardio-Einheiten? Genau das haben finnische ForscherInnen nun überprüft und taktvoll mit dem Titel „Feel the beat not the burn“ im Fachmagazin „Psychology of Sport and Exercise“ veröffentlicht.

Die Studie
Für die Studie wurden 29 gesunde, körperlich aktive Erwachsene rekrutiert. Alle TeilnehmerInnen absolvierten zunächst einen maximalen Belastungstest auf dem Fahrradergometer. Dabei wurde unter anderem die maximale Sauerstoffaufnahme, die maximale Leistung und individuelle Belastungsgrenze bestimmt. Anschließend fand die eigentliche Versuchsreihe statt: Nach einem zwölfminütigen Warm-up fuhren die Versuchspersonen bei etwa 80 Prozent ihrer individuellen Spitzenleistung weiter – so lange, bis sie freiwillig aufgaben oder die vorgegebene Trittfrequenz nicht mehr halten konnten. Das fand einmal ohne und einmal mit Musik auf den Ohren statt. Letztere bestand aus selbst ausgewählten Songs, die ein Tempo zwischen 120 und 140 Schlägen pro Minute aufweisen sollten.

Damit die Ergebnisse möglichst fair vergleichbar waren, nutzten die ForscherInnen ein sogenanntes Crossover-Design. Das bedeutet: Jede Person machte beide Bedingungen durch und war damit gewissermaßen ihre eigene Kontrollgruppe. Die Reihenfolge wurde zufällig festgelegt. Die einen starteten also zuerst mit Musik, die anderen zuerst ohne, dann wechselten nach einer „Wash-Out-Phase“ von mindestens 48 Stunden die Gruppen.

Erhebliche Unterschiede
Wer selbst Sport treibt, wird wenig überrascht sein: Musik verbesserte die Leistung der ProbandInnen erheblich. Durchschnittlich sechs Minuten länger konnten die Testpersonen mit Musik auf den Ohren radeln – 29,8 Minuten ohne und 35,6 Minuten mit musikalischer Unterstützung. Dass die Musik zu mehr Leistung motivierte, zeigte auch die Pulsfrequenz, die mit Kopfhörern auf den Ohren 2,9 Schläge höher lag. Zudem befanden sich die ProbandInnen mit Musik länger oberhalb der anaeroben Schwelle, allerdings ohne dass sich die Laktatwerte nach dem Radeln in beiden Gruppen signifikant unterschieden.

Less pain, more gain
Musik verschiebt also tatsächlich die Aufmerksamkeit weg von brennenden Muskeln und pfeifenden Lungen hin zu eher angenehmen Empfindungen, was letztlich dazu führt, dass SportlerInnen länger in der „Schmerzzone“ verweilen. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die richtige Playlist anstrengende Trainingseinheiten machbarer und angenehmer erscheinen lassen kann“, sagt Studienleiter Andrew Danso in einer Pressemitteilung der Universität Jyväskylä.

Das passt auch zu vorherigen Studien, die eine schmerzlindernde Wirkung der Lieblingsmusik demonstrieren (wir berichteten). Wer seinen eigenen Schmerz überwinden will, sollte während des Trainings also Kopfhörer aufsetzen. Das ist schon länger bekannt, kann nun aber auch empirisch begründet werden. Für einen wirklichen Beleg, müsste allerdings eine größere Studie folgen. Die ForscherInnen geben selbst an, dass für eine angemessene „Power“ mindestens 50 ProbandInnen nötig gewesen wären.

Daniel Bombien / physio.de

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limone
Vor einem Monat
Sehr interessanter Bericht wieder und interessant dargelegt, ganz herzlichen Dank smileynerd_facepray.

Da ich ja von Haus aus ein naturskeptischer Mensch bin und immer - sokratischer Art gemäß - auf der Suche nach Gegenargumenten bin, überzeugt dass nichts, wirklich nichts im Leben nur Vorteile hat und alles was Wirkungen auch Nebenwirkungen hat, meine Frage:

Gibt es -trotz der erfreulichen Auswirkungen der Musik beim Sport, die ich 100% bestätige und selber 200% fühle - auch möglicherweise Gegenargumente?
Zum Beispiel fiele mir ein:
Die Sauberkeit der Bewegungsablaufs könnte leiden? Beispielsweise beim Laufen weniger Aufmerksamkeit auf möglicherweise unebenen Untergrund und daher höheres Verletzungsrisiko?
Weniger gute Synchronisation der Bewegungen mit der Atmung, da diese mit der Musik ja in den Hintergrund tritt?
Höheres Verletzungsrisiko evtl auch, weil man mit Musik eher dazu neigt, über seine Grenzen zu gehen?
Und man hört -gerade draußen- Nebengeräusche weniger - herannahendes Fahrrad?

Nur als Einladung zum Brainstorming!! smiley
Auf gar keinen Fall ist es Aufgabe des Autors, dies mir zu beantworten, nein nein, ich bin nur wie gesagt ambitionierte Fragestellerin blush.

Und sorry für die langen Sätze (das macht die späte Uhrzeit... kissing_closed_eyes)

LG
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• Stefan Preißler
Sehr interessanter Bericht wieder und interessant dargelegt, ganz herzlichen Dank [emoji]smiley[/emoji][emoji]nerd_face[/emoji][emoji]pray[/emoji]. Da ich ja von Haus aus ein naturskeptischer Mensch bin und immer - sokratischer Art gemäß - auf der Suche nach Gegenargumenten bin, überzeugt dass nichts, wirklich nichts im Leben nur Vorteile hat und alles was Wirkungen auch Nebenwirkungen hat, meine Frage: Gibt es -trotz der erfreulichen Auswirkungen der Musik beim Sport, die ich 100% bestätige und selber 200% fühle - auch möglicherweise Gegenargumente? Zum Beispiel fiele mir ein: Die Sauberkeit der Bewegungsablaufs könnte leiden? Beispielsweise beim Laufen weniger Aufmerksamkeit auf möglicherweise unebenen Untergrund und daher höheres Verletzungsrisiko? Weniger gute Synchronisation der Bewegungen mit der Atmung, da diese mit der Musik ja in den Hintergrund tritt? Höheres Verletzungsrisiko evtl auch, weil man mit Musik eher dazu neigt, über seine Grenzen zu gehen? Und man hört -gerade draußen- Nebengeräusche weniger - herannahendes Fahrrad? Nur als Einladung zum Brainstorming!! [emoji]smiley[/emoji] Auf gar keinen Fall ist es Aufgabe des Autors, dies mir zu beantworten, nein nein, ich bin nur wie gesagt ambitionierte Fragestellerin [emoji]blush[/emoji]. Und sorry für die langen Sätze (das macht die späte Uhrzeit... [emoji]kissing_closed_eyes[/emoji]) LG
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springlukas
Vor einem Monat
Richtig: alles hat seine 2 Seiten.
Und klar, dass innerhalb jeder Gruppe Menschen unterschiedlich auf die Intervention reagieren.

Deinen Einwand, womöglich über die eigenen Grenzen zu gehen, kann ich aus dem Ausdauersport bestätigen, wo in Untersuchungen manchen Teilnehmenden genau das passiert ist. Im Laufsport z.B. wird über die "richtige" Kadenz (Schrittfrequenz) diskutiert, wo viele eine Zahl von 180 angeben und man das per Metronom/Musik trainieren solle.

Mir persönlich sind Geräusche beim Laufsport immer unangenehm. In einer Zeit permanenter Reizüberflutung ist es auch egal, ob Musik, Podcast oder Straßenlärm. Zu mir selbst im Sinne der Psychohygiene finde ich nur in der Ruhe/Natur.

Insofern lohnt es sich auch hier, das "Gesamtpaket" zu beurteilen und nicht nur den einen Aspekt.
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• Stefan Preißler
• helmingas
Richtig: alles hat seine 2 Seiten. Und klar, dass innerhalb jeder Gruppe Menschen unterschiedlich auf die Intervention reagieren. Deinen Einwand, womöglich über die eigenen Grenzen zu gehen, kann ich aus dem Ausdauersport bestätigen, wo in Untersuchungen manchen Teilnehmenden genau das passiert ist. Im Laufsport z.B. wird über die "richtige" Kadenz (Schrittfrequenz) diskutiert, wo viele eine Zahl von 180 angeben und man das per Metronom/Musik trainieren solle. Mir persönlich sind Geräusche beim Laufsport immer unangenehm. In einer Zeit permanenter Reizüberflutung ist es auch egal, ob Musik, Podcast oder Straßenlärm. Zu mir selbst im Sinne der Psychohygiene finde ich nur in der Ruhe/Natur. Insofern lohnt es sich auch hier, das "Gesamtpaket" zu beurteilen und nicht nur den einen Aspekt.
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springlukas schrieb:

Richtig: alles hat seine 2 Seiten.
Und klar, dass innerhalb jeder Gruppe Menschen unterschiedlich auf die Intervention reagieren.

Deinen Einwand, womöglich über die eigenen Grenzen zu gehen, kann ich aus dem Ausdauersport bestätigen, wo in Untersuchungen manchen Teilnehmenden genau das passiert ist. Im Laufsport z.B. wird über die "richtige" Kadenz (Schrittfrequenz) diskutiert, wo viele eine Zahl von 180 angeben und man das per Metronom/Musik trainieren solle.

Mir persönlich sind Geräusche beim Laufsport immer unangenehm. In einer Zeit permanenter Reizüberflutung ist es auch egal, ob Musik, Podcast oder Straßenlärm. Zu mir selbst im Sinne der Psychohygiene finde ich nur in der Ruhe/Natur.

Insofern lohnt es sich auch hier, das "Gesamtpaket" zu beurteilen und nicht nur den einen Aspekt.

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limone schrieb:

Sehr interessanter Bericht wieder und interessant dargelegt, ganz herzlichen Dank smileynerd_facepray.

Da ich ja von Haus aus ein naturskeptischer Mensch bin und immer - sokratischer Art gemäß - auf der Suche nach Gegenargumenten bin, überzeugt dass nichts, wirklich nichts im Leben nur Vorteile hat und alles was Wirkungen auch Nebenwirkungen hat, meine Frage:

Gibt es -trotz der erfreulichen Auswirkungen der Musik beim Sport, die ich 100% bestätige und selber 200% fühle - auch möglicherweise Gegenargumente?
Zum Beispiel fiele mir ein:
Die Sauberkeit der Bewegungsablaufs könnte leiden? Beispielsweise beim Laufen weniger Aufmerksamkeit auf möglicherweise unebenen Untergrund und daher höheres Verletzungsrisiko?
Weniger gute Synchronisation der Bewegungen mit der Atmung, da diese mit der Musik ja in den Hintergrund tritt?
Höheres Verletzungsrisiko evtl auch, weil man mit Musik eher dazu neigt, über seine Grenzen zu gehen?
Und man hört -gerade draußen- Nebengeräusche weniger - herannahendes Fahrrad?

Nur als Einladung zum Brainstorming!! smiley
Auf gar keinen Fall ist es Aufgabe des Autors, dies mir zu beantworten, nein nein, ich bin nur wie gesagt ambitionierte Fragestellerin blush.

Und sorry für die langen Sätze (das macht die späte Uhrzeit... kissing_closed_eyes)

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