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Krafttraining
Schluss mit kompliziert!
Das richtige Krafttraining ist das, was man durchführt.
07.05.2026 • 7 Kommentare

„Nur freie Gewichte sind effektiv!“, „Einmal in der Woche ist zu wenig!“, „Ohne ordentliche Betreuung wird es gefährlich!“ – Jetzt mal ehrlich, wer fängt denn als Sportmuffel motiviert mit regelmäßigem Krafttraining an, wenn er so viele Hürden in den Weg gelegt bekommt? FitnesstrainerInnen und auch PhysiotherapeutInnen sind gut darin, Menschen den Eindruck zu vermitteln, dass ein Krafttraining ohne hoch professionalisierte Trainingssteuerung und Betreuung sinnlos, wenn nicht sogar gefährlich sein könnte. Klar, es geht ja auch um zahlende Kundschaft, aber seien wir ehrlich, davon haben PhysiotherapeutInnen ohnehin genug. Ein wissenschaftliches Positionspapier des American College of Sports Medicine beschreibt anhand einer selbst erstellten Übersichtsarbeit, worauf es beim langfristigen Muskelaufbau wirklich ankommt.

Krafttraining einfach erklärt
137 systematischen Reviews mit mehr als 30.000 Teilnehmenden wurden für die Analyse zusammengeführt. Die durchweg klare Botschaft der Studienlage wird schnell deutlich:
Krafttraining ist ein Wundermittel. Gegenüber Nichtstun verbessert es nachgewiesenermaßen Maximalkraft, Muskelmasse, Schnellkraft, Muskelausdauer, Kontraktionsgeschwindigkeit und mehrere funktionelle Leistungen wie Ganggeschwindigkeit, Balance, Chair Stand und Timed-Up-and-Go-Test, sowohl bei jungen als auch bei alten Menschen.

Wer wirklich einen (schnell) messbaren Kraftzuwachs erzielen will, sollte ein paar Dinge beachten, denn Kraft lässt sich besonders gut steigern, wenn eher schwer trainiert wird, also

  • • mit mehr als 80 Prozent des 1RM,
    • wenn mit vollem Bewegungsumfang trainiert wird,
    • mit zwei bis drei Sätzen pro Einheit,
    • mindestens zwei Einheiten pro Woche
    • und wenn komplexe Kraftübungen (zum Beispiel Kniebeugen) am Anfang der Trainingseinheit stehen.
Dagegen fanden die Autorinnen und Autoren keinen Zusatznutzen dafür,

  • • immer bis zum Muskelversagen zu trainieren,
    • Maschinen gegenüber freien Gewichten zu bevorzugen,
    • mit besonderen Satzstrukturen zu arbeiten
    • oder zu einer bestimmten Tageszeit zu trainieren.
Volumen und Ermüdung
Wer Muskeln gezielt aufbauen, will benötigt vor allem Trainingsvolumen, das sich aus Wiederholungen mal dem bewegten Gewicht berechnet. Das bedeutet: Wird ein Gewicht von 20 Kilogramm zehnmal bewegt, liegt das Volumen bei 200 Kilogramm. Je höher das Volumen, desto größer das Muskelwachstum. Zehn Sätze pro Muskelgruppe pro Woche erzielen dabei die besten Erfolge. Auch exzentrisch fokussiertes Training scheint der Hypertrophie dienlich zu sein. Häufig diskutierte Parameter, wie

  • • eine hohe oder niedrige Trainingsfrequenz,
    • die genutzte Last,
    • ein Training bis zum Muskelversagen,
    • Blood-Flow-Restriction,
    • Time under Tension (also die Zeit, in der sich der Muskel auf Spannung befindet),
    • Periodisierung
    • oder die Übungsreihenfolge
wiesen keine konsistenten Vorteile auf, sofern das Gesamtvolumen vergleichbar war.

Individuell heißt, was machbar ist.
Nicht jeder Mensch muss sich im teuren Gerätetraining anmelden, seine Angst vor Langhanteln überwinden oder regelmäßig einen Personal-Trainer aufsuchen. Eine individuelle Strategie zu entwickeln, langfristig regelmäßiges Krafttraining durchzuführen ist der Schlüssel zum Erfolg. Die AutorInnen betonen, dass viele verschiedene Formen von Krafttraining nützlich sein können. Nicht nur klassisches Studio-Training, sondern auch Zirkel-Training, Training mit Elastikbändern, Heimtraining oder spezielle Formen wie Flywheel-Training wirken sich positiv auf Muskelwachstum und funktionelle Parameter auf. Die Botschaft ist klar: Es gibt nicht nur einen richtigen Weg. Die Autorinnen und Autoren plädieren dafür, Programme stärker zu individualisieren, damit Menschen eher dabeibleiben, Freude daran haben und sicher trainieren.

Empfehlung
Krafttraining ist ein Jungbrunnen und muss nicht kompliziert sein. Wer Muskelaufbau betreiben will, um gesund zu bleiben, sollte bestenfalls zweimal wöchentlich vor allem die großen Muskelgruppen trainieren. Das Training muss anstrengend sein, ein Muskelversagen ist aber nicht notwendig. Als Handreichung können zwei „Reps in Reserve“ (RIR) hilfreich sein, die einfach im Trainingsplan eingetragen werden. Das bedeutet, dass zwei Wiederholungen vor Muskelversagen der Satz vorbei ist. Im Trainingsplan des Patienten steht so (zum Beispiel) "4 Sätze, 8-20 Wiederholungen, 2IR"

„Sie schaffen mehr als 20 Wiederholungen? Packen Sie Gewicht drauf, bis sie wieder im vorgegebenen Bereich müde werden.“ Das ist unkompliziert und für jeden Laien umsetzbar. Niederschwellige Angebote, etwa in Form von Kursprogrammen, können dabei helfen, mehr Menschen in Richtung Muskelaufbau zu bewegen. Wer präventiv trainiert, landet weniger häufig in der Arzt- und Physiotherapiepraxis – was in der Versorgung zu einer deutlichen Entlastung führt.

Daniel Bombien / physio.de

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mimikri
Vor 3 Tagen
Ach, schön! Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung, das lässt sich gut weitergeben.
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• PCUIDH
Ach, schön! Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung, das lässt sich gut weitergeben.
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mimikri schrieb:

Ach, schön! Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung, das lässt sich gut weitergeben.

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pt ani
Vor 3 Tagen
Oh ja, danke! Das vermittel ich schon länger so. Sogar die Therabänder kommen laut Studien gut weg im Vergleich zum Maschinen park.

Erst im professionellen Krafttraining gelten strengere Regeln.
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Oh ja, danke! Das vermittel ich schon länger so. Sogar die Therabänder kommen laut Studien gut weg im Vergleich zum Maschinen park. Erst im professionellen Krafttraining gelten strengere Regeln.
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pt ani schrieb:

Oh ja, danke! Das vermittel ich schon länger so. Sogar die Therabänder kommen laut Studien gut weg im Vergleich zum Maschinen park.

Erst im professionellen Krafttraining gelten strengere Regeln.

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Ringgeist
Vor 3 Tagen
Und was haben sie uns Alles in der KGG Fobi erzählt...das genaue Gegenteil.
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Und was haben sie uns Alles in der KGG Fobi erzählt...das genaue Gegenteil.
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Ringgeist schrieb:

Und was haben sie uns Alles in der KGG Fobi erzählt...das genaue Gegenteil.

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Dorsovolar
Vor 3 Tagen
Ich liebe das: eine Studie und Zack! Alles was wir bisher gemacht haben war unsinnig. KGG? Quatsch! MTT? Nutzlos!
Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn die nächste Studie mir wieder grünes Licht gibt mich wohlzufühlen, wenn meine Leute auf der Trainingsfläche gemäß ihrer Ausbildung agieren...
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Ich liebe das: eine Studie und Zack! Alles was wir bisher gemacht haben war unsinnig. KGG? Quatsch! MTT? Nutzlos! Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn die nächste Studie mir wieder grünes Licht gibt mich wohlzufühlen, wenn meine Leute auf der Trainingsfläche gemäß ihrer Ausbildung agieren...
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FoetorExOre
Vor 2 Tagen
zugern würde ich mir mal so eine Kgg Einheit anschauen. Das klingt exakt so nachdem was mir Patienten erzählen wenn sie davor in ner Kgg waren wo sie 20 Wdh gemacht haben und danach könnte man noch 2 h ins Fitnesstudio gehen ;)
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zugern würde ich mir mal so eine Kgg Einheit anschauen. Das klingt exakt so nachdem was mir Patienten erzählen wenn sie davor in ner Kgg waren wo sie 20 Wdh gemacht haben und danach könnte man noch 2 h ins Fitnesstudio gehen ;)
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FoetorExOre schrieb:

zugern würde ich mir mal so eine Kgg Einheit anschauen. Das klingt exakt so nachdem was mir Patienten erzählen wenn sie davor in ner Kgg waren wo sie 20 Wdh gemacht haben und danach könnte man noch 2 h ins Fitnesstudio gehen ;)

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pt ani
Vor 2 Tagen
@FoetorExOre Darum geht es doch gar nicht. Sondern darum, dass man jegliches Gewicht/Widerstand einsetzen kann. Dabei kann man trotzdem Trainingsprinzipien beachten! Und auch wenn es nicht optimal ist, wird jemand, der regelmäßig die Selterflasche 20x hebt besser, als jemand, der das nicht tut. Und kommt im Alltag wieder besser zurecht ohne sich grämen zu müssen, dass er kein Geld für Hanteln geschweige denn Studiobeiträge oder 50,- Euro pro KGG Rezept hat.
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[mention]FoetorExOre[/mention] Darum geht es doch gar nicht. Sondern darum, dass man jegliches Gewicht/Widerstand einsetzen kann. Dabei kann man trotzdem Trainingsprinzipien beachten! Und auch wenn es nicht optimal ist, wird jemand, der regelmäßig die Selterflasche 20x hebt besser, als jemand, der das nicht tut. Und kommt im Alltag wieder besser zurecht ohne sich grämen zu müssen, dass er kein Geld für Hanteln geschweige denn Studiobeiträge oder 50,- Euro pro KGG Rezept hat.
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pt ani schrieb:

@FoetorExOre Darum geht es doch gar nicht. Sondern darum, dass man jegliches Gewicht/Widerstand einsetzen kann. Dabei kann man trotzdem Trainingsprinzipien beachten! Und auch wenn es nicht optimal ist, wird jemand, der regelmäßig die Selterflasche 20x hebt besser, als jemand, der das nicht tut. Und kommt im Alltag wieder besser zurecht ohne sich grämen zu müssen, dass er kein Geld für Hanteln geschweige denn Studiobeiträge oder 50,- Euro pro KGG Rezept hat.

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pt ani
Vor 2 Tagen
@Dorsovolar Auch davon steht da nichts, es ist nicht nutzlos. Aber viele Wege führen zum Ziel und manchmal muss man Abstriche machen. Und dann funktioniert es eben trotzdem.
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[mention]Dorsovolar[/mention] Auch davon steht da nichts, es ist nicht nutzlos. Aber viele Wege führen zum Ziel und manchmal muss man Abstriche machen. Und dann funktioniert es eben trotzdem.
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pt ani schrieb:

@Dorsovolar Auch davon steht da nichts, es ist nicht nutzlos. Aber viele Wege führen zum Ziel und manchmal muss man Abstriche machen. Und dann funktioniert es eben trotzdem.

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Dorsovolar schrieb:

Ich liebe das: eine Studie und Zack! Alles was wir bisher gemacht haben war unsinnig. KGG? Quatsch! MTT? Nutzlos!
Ich freue mich auf nächstes Jahr, wenn die nächste Studie mir wieder grünes Licht gibt mich wohlzufühlen, wenn meine Leute auf der Trainingsfläche gemäß ihrer Ausbildung agieren...



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