Deine Aufgaben –
abwechslungsreich und individuell
• Physiotherapeutische
Behandlungen am Patienten mit dem
Schwerpunkt Orthopädie und
Chirurgie (auf Wunsch auch
Neurologie)
• Anleitung und selbstständige
Durchführung von evidenzbasierten
Gruppenkonzepten
• Projektarbeiten möglich (nach
Qualifikation z.B Unterrichten,
Anleiten von Praktikant:innen usw.)
• Entwicklungsmöglichkeiten mit
einem visuellen Prognoseplan (mit
systematischer Einarbeitung für
jeden Entwicklungsschritt...
abwechslungsreich und individuell
• Physiotherapeutische
Behandlungen am Patienten mit dem
Schwerpunkt Orthopädie und
Chirurgie (auf Wunsch auch
Neurologie)
• Anleitung und selbstständige
Durchführung von evidenzbasierten
Gruppenkonzepten
• Projektarbeiten möglich (nach
Qualifikation z.B Unterrichten,
Anleiten von Praktikant:innen usw.)
• Entwicklungsmöglichkeiten mit
einem visuellen Prognoseplan (mit
systematischer Einarbeitung für
jeden Entwicklungsschritt...
Ich habe bereits vor ein paar Jahren einen B.A. in Phonetik und Sprachverarbeitung an der LMU München absolviert, nachdem die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt damit aber sehr begrenzt sind, möchte ich mich nun gerne der Logopädie zuwenden. Ich hatte ursprünglich den Plan aufgrund der Praxiserfahrung eine Ausbildung zu machen. Nun habe ich mich, abgeschreckt durch die schulischen Strukturen einer Ausbildung und im Hinblick auf die fortschreitende Akademisierung der Logopädie doch an Universitäten beworben. Inhaltlich würde mich insbesondere das Studium Sprachtherapie an der LMU auch sehr interessieren, allerdings habe ich die Befürchtung, dass der Praxisanteil doch recht niedrig ist. Daher meine folgenden Fragen:
1. Kann man den mangelnden Praxisanteil eventuell durch freiwillige zusätzliche Praktika ausgleichen?
2. Gibt es einen merklichen Unterschied zwischen Logopädinnen, die studiert haben vs. eine Ausbildung gemacht haben? Was wird von Arbeitgebern bevorzugt oder ist es gleichwertig?
3. Welchen Ruf hat speziell der Studiengang an der LMU? Hat jemand Erfahrung mit Absolventinnen oder ist selbst eine/r?
Ich wäre sehr dankbar für ein paar Rückmeldungen, auch gerne unabhängig von den spezifischen Fragen :)
Liebe Grüße
Anna
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
Problem beschreiben
AnnaLogo26 schrieb:
Hallo :)
Ich habe bereits vor ein paar Jahren einen B.A. in Phonetik und Sprachverarbeitung an der LMU München absolviert, nachdem die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt damit aber sehr begrenzt sind, möchte ich mich nun gerne der Logopädie zuwenden. Ich hatte ursprünglich den Plan aufgrund der Praxiserfahrung eine Ausbildung zu machen. Nun habe ich mich, abgeschreckt durch die schulischen Strukturen einer Ausbildung und im Hinblick auf die fortschreitende Akademisierung der Logopädie doch an Universitäten beworben. Inhaltlich würde mich insbesondere das Studium Sprachtherapie an der LMU auch sehr interessieren, allerdings habe ich die Befürchtung, dass der Praxisanteil doch recht niedrig ist. Daher meine folgenden Fragen:
1. Kann man den mangelnden Praxisanteil eventuell durch freiwillige zusätzliche Praktika ausgleichen?
2. Gibt es einen merklichen Unterschied zwischen Logopädinnen, die studiert haben vs. eine Ausbildung gemacht haben? Was wird von Arbeitgebern bevorzugt oder ist es gleichwertig?
3. Welchen Ruf hat speziell der Studiengang an der LMU? Hat jemand Erfahrung mit Absolventinnen oder ist selbst eine/r?
Ich wäre sehr dankbar für ein paar Rückmeldungen, auch gerne unabhängig von den spezifischen Fragen :)
Liebe Grüße
Anna
Ich wollte dir nur und aber trotzdem schreiben dass ich deine Fragen SEHR SEHR GUT finde.
Glaube du hast die richtigen Fragen um auf deinen besten Weg zu kommen.
Alles Gute nur so und liebe Grüße
limone
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
Problem beschreiben
limone schrieb:
Leider nein, liebe Anna, ich komme aus der Physio.
Ich wollte dir nur und aber trotzdem schreiben dass ich deine Fragen SEHR SEHR GUT finde.
Glaube du hast die richtigen Fragen um auf deinen besten Weg zu kommen.
Alles Gute nur so und liebe Grüße
limone
Am besten fragst du mal dierekt beim Verband für akademissche Sprachtherapeuten nach:
Link
Bei einigen Studiengängen ist es relativ leicht möglich, eine (manchmal auf bestimmte Störungsbilder begrenzte) Kassenzulassung zu bekommen. Patholinguisten z.B. arbeiten häufig im klinischen Bereich, ich kenne aber auch welche, die in Praxen angestellt sind.
Die Bezeichnung "Logopäde/Logopädin" darf man sich tatsächlich nur geben, wenn man die Ausbildung mit Staatsexamen abgeschlossen hat. Aber therapieren dürfen viele andere auch.
Das Grundproblem ist, dass es an der Bezahlung nichts ändert. Auch mit Professor- oder Doktortitel würdest du im Therapiebereich das gleiche dürftige Honorar bekommen wie jede Logopädin.
Das Ansinnen, die Logopädie wie in wirklich allen Ländern auf diesem Erdball akademisch zu machen wird hier seit Jahrzehnten verfolgt, ist in Deutschland aber politisch nicht gewollt. Es bleibt ein Trauerspiel.
Momentan herrscht ein so großer Therapeutenmangel, dass ein potentieller Arbeitgeber vermutlich nicht wählerisch wäre, ob studiert oder nicht. Am Ende liegt es an der Persönlichkeit. Sicher fehlt oft das Praxiswissen und vor allem manchmal der - ich nenne es mal - therapeutische Umgang mit Menschen. Aber da kann man ja dazulernen. Muss im Grunde ja jeder und immer.
Bei mir wäre die Wartezeit momentan 18 Monate, ich hab aber einen Aufnahmestopp. Bei sämtlichen Kolleginnen in der Umgebung das Gleiche. Arbeit gibt es also schon mal genug.
Viel Erfolg noch
Gefällt mir
An der LMU werde ich auf jeden Fall eine Kassenzulassung erhalten, das ist auch einer meiner Hauptbeweggründe - ich hatte schon mehrere Bewerbungsgespräche im Bereich Sprachtherapie, weil mein vorheriges Studium dafür schon viel mitbringt, aber die fehlende Kassenzulassung war immer wieder das Ausschlusskriterium.
Ob ich mich letztendlich Logopädin oder Sprachtherapeutin nenne, ist mir da auch ziemlich egal, Hauptsache ich kann etwas mit Sprache machen und Menschen helfen :)
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
AnnaLogo26 schrieb:
Hallo, lieben Dank für die ausführliche Antwort!
An der LMU werde ich auf jeden Fall eine Kassenzulassung erhalten, das ist auch einer meiner Hauptbeweggründe - ich hatte schon mehrere Bewerbungsgespräche im Bereich Sprachtherapie, weil mein vorheriges Studium dafür schon viel mitbringt, aber die fehlende Kassenzulassung war immer wieder das Ausschlusskriterium.
Ob ich mich letztendlich Logopädin oder Sprachtherapeutin nenne, ist mir da auch ziemlich egal, Hauptsache ich kann etwas mit Sprache machen und Menschen helfen :)
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
Problem beschreiben
neuer verSUSUch schrieb:
Hallo Anna,
Am besten fragst du mal dierekt beim Verband für akademissche Sprachtherapeuten nach:
Link
Bei einigen Studiengängen ist es relativ leicht möglich, eine (manchmal auf bestimmte Störungsbilder begrenzte) Kassenzulassung zu bekommen. Patholinguisten z.B. arbeiten häufig im klinischen Bereich, ich kenne aber auch welche, die in Praxen angestellt sind.
Die Bezeichnung "Logopäde/Logopädin" darf man sich tatsächlich nur geben, wenn man die Ausbildung mit Staatsexamen abgeschlossen hat. Aber therapieren dürfen viele andere auch.
Das Grundproblem ist, dass es an der Bezahlung nichts ändert. Auch mit Professor- oder Doktortitel würdest du im Therapiebereich das gleiche dürftige Honorar bekommen wie jede Logopädin.
Das Ansinnen, die Logopädie wie in wirklich allen Ländern auf diesem Erdball akademisch zu machen wird hier seit Jahrzehnten verfolgt, ist in Deutschland aber politisch nicht gewollt. Es bleibt ein Trauerspiel.
Momentan herrscht ein so großer Therapeutenmangel, dass ein potentieller Arbeitgeber vermutlich nicht wählerisch wäre, ob studiert oder nicht. Am Ende liegt es an der Persönlichkeit. Sicher fehlt oft das Praxiswissen und vor allem manchmal der - ich nenne es mal - therapeutische Umgang mit Menschen. Aber da kann man ja dazulernen. Muss im Grunde ja jeder und immer.
Bei mir wäre die Wartezeit momentan 18 Monate, ich hab aber einen Aufnahmestopp. Bei sämtlichen Kolleginnen in der Umgebung das Gleiche. Arbeit gibt es also schon mal genug.
Viel Erfolg noch
Grundsätzlich erlebe ich die Ausbildung an einer (guten!) Schule tatsächlich als praxis- und patientenorientierter. Meine Praktikantinnen aus der Fachhochschule waren in der Regel gegenüber den Patienten deutlich distanzierter und beziehungsloser eingestellt. In den Studiengängen wurden Patienten offensichtlich als "Material" erlebt, über das man reden oder mit dem man forschen konnte, weniger den konkreten Menschen in einer möglicherweise krisenhaften Lebenssituation.
Inzwischen haben sich die Gegensätze allerdings etwas angeglichen. Die (guten) Schulen erscheinen weniger wissenschaftsfern und die Studiengänge sind etwas vom hohen Ross gestiegen. Es gibt ja auch etliche duale Ausbildungsmöglichkeiten.
Interessiere ich mich für die Arbeit mit neurologischen Patienten macht ggf. eine Ausbildung an einer Schule Sinn, die an ein Krankenhaus angeschlossen ist und wo man viele Störungsbilder konkret kennenlernen kann. Ich weiß nicht, ob man das wirklich nur mit Praktika immer aufholen kann.
Tatsächlich wird es später so sein, dass die Tür aufgeht und ein Störungsbild behandelt werden möchte und man dann sehen muss, wie man klar kommt. Es macht also Sinn, sich breit gefächert aufzustellen. Aber das liegt im eigenen Interesse.
Da Sie ja schon den Bachelor haben, wäre auch eine Ausbildung möglich und dann - neben dem Job - der Master.
Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass gerade Therapeutenmangel herrscht. Im Augenblick basteln die Krankenkassen an massiven Restriktionen. Es ist die Frage, wie lange einfache Kindertherapien wirklich noch effektiv vergütet werden.
Es lohnt sich auf , auf die Websites zu schauen: wie arbeiten Praxen, die im Schwerpunkt akademische KollegInnen einstellen? Schauen Sie sich die Schulen gut an, was sie kosten und was sie bieten. Überlegen Sie auch, wo Sie später wohnen möchten. Im ländlichen Raum wird anderes verlangt als in einer spezialisierten Praxis in der Großstadt.
Sie müssen sich auch im Klaren sein, dass es in diesem Beruf keinerlei Aufstiegschancen gibt außer der Leitungsfunktion oder der Selbstständigkeit.
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
Problem beschreiben
S. Vogt schrieb:
Es ist die Frage, mit welchen Patienten man arbeiten möchte und welche Schwerpunkte da ein Studium legt. Interessiere ich mich für Forschung oder will ich konkreten Patientenkontakt?
Grundsätzlich erlebe ich die Ausbildung an einer (guten!) Schule tatsächlich als praxis- und patientenorientierter. Meine Praktikantinnen aus der Fachhochschule waren in der Regel gegenüber den Patienten deutlich distanzierter und beziehungsloser eingestellt. In den Studiengängen wurden Patienten offensichtlich als "Material" erlebt, über das man reden oder mit dem man forschen konnte, weniger den konkreten Menschen in einer möglicherweise krisenhaften Lebenssituation.
Inzwischen haben sich die Gegensätze allerdings etwas angeglichen. Die (guten) Schulen erscheinen weniger wissenschaftsfern und die Studiengänge sind etwas vom hohen Ross gestiegen. Es gibt ja auch etliche duale Ausbildungsmöglichkeiten.
Interessiere ich mich für die Arbeit mit neurologischen Patienten macht ggf. eine Ausbildung an einer Schule Sinn, die an ein Krankenhaus angeschlossen ist und wo man viele Störungsbilder konkret kennenlernen kann. Ich weiß nicht, ob man das wirklich nur mit Praktika immer aufholen kann.
Tatsächlich wird es später so sein, dass die Tür aufgeht und ein Störungsbild behandelt werden möchte und man dann sehen muss, wie man klar kommt. Es macht also Sinn, sich breit gefächert aufzustellen. Aber das liegt im eigenen Interesse.
Da Sie ja schon den Bachelor haben, wäre auch eine Ausbildung möglich und dann - neben dem Job - der Master.
Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass gerade Therapeutenmangel herrscht. Im Augenblick basteln die Krankenkassen an massiven Restriktionen. Es ist die Frage, wie lange einfache Kindertherapien wirklich noch effektiv vergütet werden.
Es lohnt sich auf , auf die Websites zu schauen: wie arbeiten Praxen, die im Schwerpunkt akademische KollegInnen einstellen? Schauen Sie sich die Schulen gut an, was sie kosten und was sie bieten. Überlegen Sie auch, wo Sie später wohnen möchten. Im ländlichen Raum wird anderes verlangt als in einer spezialisierten Praxis in der Großstadt.
Sie müssen sich auch im Klaren sein, dass es in diesem Beruf keinerlei Aufstiegschancen gibt außer der Leitungsfunktion oder der Selbstständigkeit.
Ich hatte allerdings nur eine Teilzulasdung. Allerdings habe ich über die Jahre die fehlenden Bereiche nachgeholt und nun eine Vollzulassung.
Jetzt habe ich eine eigene Praxis. Ich habe im Moment eine Angestellte, sie ist Berufsanfängerin nach Ausbildung. Sie benötigt auch noch extrem viel Anleitung. Organisation und Praxisabläufe sind noch nach einem halben Jahr schwierig.
Also mein Fazit ist: Berufserfahrung kriegt man nicht über Praktika, sondern über selbstständiges Arbeiten.
Also ob Logopäde mit Ausbildung oder Sprachtherapeut nach Studium macht für mich als Arbeitgeber keinen Unterschied. Einarbeiten muss ich beide intensiv. Vertiefende Fortbildungen brauchen auch beide.
Mit dem Studium hat man natürlich noch mal mehr Möglichkeiten. Ich bin z.B. nebenberuflich noch Dozentin an einer Uni.
Gefällt mir
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
AnnaLogo26 schrieb:
Vielen Dank für den interessanten Einblick, das ist wirklich hilfreich und etwas beruhigend. Ich werde nun das Studium an der LMU beginnen, da erhält man sogar die Vollzulassung. Glückwunsch zur eigenen Praxis und viel Erfolg!
Das ist doch super. Genieß die Zeit. Ich habe nach dem ich ein paar Jahre praktisch gearbeitet hatte, sogar noch in Teilzeit parallel zum Arbeiten meine Doktorarbeit geschrieben. Theorie und Praxis verknüpfend. Es gibt dann einfach so viele Möglichkeiten.
Gefällt mir
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
thea123 schrieb:
@AnnaLogo26
Das ist doch super. Genieß die Zeit. Ich habe nach dem ich ein paar Jahre praktisch gearbeitet hatte, sogar noch in Teilzeit parallel zum Arbeiten meine Doktorarbeit geschrieben. Theorie und Praxis verknüpfend. Es gibt dann einfach so viele Möglichkeiten.
Wollen Sie diesen Beitrag wirklich melden?
Problem beschreiben
thea123 schrieb:
Ich habe in Marburg Klinische Linguistik studiert. Ich habe nach dem Studium zeitgleich mit 3 anderen Kolleginnen, die frisch mit der Ausbildung fertig waren, bei einer Praxis angefangen zu arbeiten. Es gab da inhaltlich bei der Arbeit nicht wirklich Unterschiede. Am Anfang fehlt jedem praktische Erfahrung. Die bekommt man aber erst mit dem Arbeiten.
Ich hatte allerdings nur eine Teilzulasdung. Allerdings habe ich über die Jahre die fehlenden Bereiche nachgeholt und nun eine Vollzulassung.
Jetzt habe ich eine eigene Praxis. Ich habe im Moment eine Angestellte, sie ist Berufsanfängerin nach Ausbildung. Sie benötigt auch noch extrem viel Anleitung. Organisation und Praxisabläufe sind noch nach einem halben Jahr schwierig.
Also mein Fazit ist: Berufserfahrung kriegt man nicht über Praktika, sondern über selbstständiges Arbeiten.
Also ob Logopäde mit Ausbildung oder Sprachtherapeut nach Studium macht für mich als Arbeitgeber keinen Unterschied. Einarbeiten muss ich beide intensiv. Vertiefende Fortbildungen brauchen auch beide.
Mit dem Studium hat man natürlich noch mal mehr Möglichkeiten. Ich bin z.B. nebenberuflich noch Dozentin an einer Uni.
Mein Profilbild bearbeiten